Die Open-Air-Festivals programmieren am Publikum vorbei. Diese Feststellung scheint nicht zu weit hergeholt, wenn man die sozialen Medien als Stimmungsbarometer unserer Gesellschaft nimmt.

Ein Blick auf Facebook, Twitter und Co. zeigt nämlich das genaue Spiegelbild der Open-Air-Line-ups auf. Machen Frauen an den diesjährigen Musikfestivals gerade mal einen Bruchteil des gesamten Programms aus (siehe Text oben), lassen die Musikerinnen auf den sozialen Netzwerken ihre männlichen Kollegen in puncto Beliebtheit weit hinter sich.

Auf Facebook beispielsweise sind drei der fünf beliebtesten Musiker Frauen, wobei die kolumbianische Sängerin Shakira mit 103 Millionen Fans über allen thront (siehe Tabelle oben). Betrachtet man die Plattformen Twitter und Instagram, fällt das Ergebnis noch deutlicher aus: Vier von fünf Musikern mit der höchsten Anzahl Follower (Anhänger) sind Frauen – das entspricht einem Anteil von 80 Prozent.

Auffallend: Wer die meisten Fans hat, unterscheidet sich je nach Social-Media-Netzwerk. So rangieren auf den ersten zwei Plätzen von Instagram, das tendenziell von Teenagern und jüngeren Erwachsenen benutzt wird, die jüngsten Musikerinnen der Liste: Selena Gomez (25) mit 139 Millionen Fans und Ariana Grande (25) mit 123 Millionen Fans. Die Singer-Songwriterin Taylor Swift beweist hingegen, dass sie den breiten Massengeschmack trifft, sie ist als Einzige in den Top 5 von Instagram, Facebook und Twitter vertreten.

Diese Zahlen sollten den Programmverantwortlichen von Open Airs zu denken geben – vor allem, wenn ihr Zielpublikum junge Erwachsene sind. Spätestens seit der Wahl von Donald Trump ins Weisse Haus wagen es selbst die grössten Social-Media-Skeptiker nicht mehr, den Einfluss und die Reichweite der verschiedenen Netzwerke auf die Gesellschaft kleinzureden.