Weihnachtskonzerte

Die musikalische Vorweihnachtszeit in Basel: Keine stillen Nächte, Halleluja!

Fast alle Jahre wieder: Das Barockorchester La Cetra begleitet Sänger aus der Region beim beliebten Mitsing-Messiah.

Fast alle Jahre wieder: Das Barockorchester La Cetra begleitet Sänger aus der Region beim beliebten Mitsing-Messiah.

Die Vorweihnachtszeit in der Region lockt mit einer Fülle an Konzerten. Wir haben für Sie die Highlights zusammengestellt.

Konzerte gehören zu Weihnachten wie Kerzen und Lichter. Ob es die schallenden Trompeten aus Bachs Weihnachtsoratorium sind, ein bescheidenes «Stille Nacht» oder ein nervöses «Jingle Bells». Sobald es draussen dunkler wird und die ersten Weihnachtsdekorationen leuchten, rauschen diese Melodien und Motive durch viele Köpfe. Weihnachtsmusik wärmt wie ein lauschiger Ofen, sie ist Vorfreude, Erinnerung und wie ein verlängerter Heiliger Abend.

Anstatt sich auf ein Oratorium zur Mitternachtsmesse zu beschränken, lockt die Vorweihnachtszeit mit einer Fülle an Konzerten. Einige Klangkörper wie das Kammerorchester Basel oder die Knabenkantorei sind dabei im Dauereinsatz. Wir haben die Highlights zusammengestellt.

Klassiker und Unbekannteres

Den ultimativen Klassiker im Repertoire, das Weihnachtsoratorium von Bach, hat sich der Kirchenchor der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Muttenz, die Kantorei St. Arbogast, vorgenommen (8. und 9. 12., Martinskirche). Wer die verschollene Aufnahme auch dieses Jahr vergeblich im CD-Regal sucht, kommt beim Live-Erlebnis auf seine Kosten.
Nicht minder ikonisch ist Händels «Messiah», der bei La Cetra unter der Leitung von Andrea

Marcon zum überaus beliebten «Mitsing-Messiah» wird und Amateursänger aus der Region versammelt: Für alle Wellenreiter, die sich vom gemeinschaftlichen Stolz und klingenden Enthusiasmus durch die Adventszeit tragen lassen möchten.

Wer etwas Abwechslung braucht und eher ein unbekannteres, dafür aber nicht minder pompöses Weihnachtswerk entdecken möchte, liegt mit der Messe de Minuit von Marc-Antoine Charpentier aus dem Jahr 1690 richtig (19. 12., Leonhardskirche). Der französische Komponist hat in einer sogenannten «Parodiemesse», ein beliebtes Format seiner Zeit, bekannte Weihnachtslieder aus dem Volk verarbeitet.

Wem das zu dick aufgetragen ist, der sollte sich eher an die kontemplativen, klangschönen Quatre motets pour le temps de Noël für A-cappella-Chor von Francis Poulenc (8. und 9. 12., Theodorskirche) halten. Eine komplette Messenvertonung aus dem 20. Jahrhundert stellt Igor Strawinskys Messe für gemischten Chor und zehn Bläser dar, die im gleichen Konzert erklingt.

Der eigentlich orthodox-gläubige Strawinsky schrieb sein Werk, das für ihn eine «spirituelle Notwendigkeit» darstellte, in Form einer katholischen Messe, da in der orthodoxen Liturgie keine Instrumente erlaubt sind. Er wollte den Hörern eine Hilfe bieten, den Text umzusetzen: «Das Credo ist der längste Teil. Es gibt viel zu glauben.» Klingt lakonisch, ist aber ernst gemeint.

Zart-schwelgerische Klänge verspricht das Oratorio de Noël von Camille Saint-Saëns (19. 12., Martinskirche), das nur einen Teil der Weihnachtsgeschichte, nämlich die Verkündung der Geburt Christi durch den Engel bei den Hirten auf dem Feld, thematisiert. Ein Tipp für Geniesser: klingt so süss wie ein Schmutz auf dem Weihnachtsmarkt.

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