Seine Handy-Combox kündigt es laut an: David Kohler alias Knackeboul ist nicht nur Moderator, sondern auch Beatboxer und Rapper. Hinzuzufügen wären ebenfalls noch die Titel Produzent und Komiker: «Aber ich möchte wieder mehr als Musiker betrachtet werden», sagt er im Gespräch. In der Vergangenheit habe er etliche Auftragsarbeiten umgesetzt, nun soll seine Musik im Vordergrund stehen.

«In Zukunft will ich wieder vermehrt in Richtung Musik gehen.» Ab Freitag hat Knackeboul die Chance dazu, dann erscheint sein drittes Soloalbum, «Moderator». Fast vier Jahre hat der Rapper daran gearbeitet. Und eben, daneben war er unter anderem als Moderator tätig oder gab Rap-Workshops für Jugendliche.

«Zeigen, was in mir steckt»

«Moderator» heisst das Album nicht zufällig: «Es gibt diverse Gründe, warum ich mich für diesen Titel entschieden habe», sagt er. Einerseits sei es eine Abspielung auf seinen Job
als Moderator, weil ihn die meisten Leute so kennen würden: Er werde als Entertainer wahrgenommen und nicht als Vollblutmusiker und Rapper. «Zudem ist es ein Wortspiel aus den drei Wörtern Mode, Rat und Ohr.»

Das Wort Mode liege auf der Hand, beschreibe einen Trend. Rat sei tiefgründig gemeint, im Sinne eines Ratschlags. Und das Ohr sei alles, was sich nicht einordnen lasse. «Moderator» unterscheide sich allerdings nicht riesig von den beiden vorherigen Alben «Hotel Hektik» und «Red und Antwort». Und doch: «Es ist verspielter und ich habe mehr gewagt.» 

Der Schweizer Rapper Knackeboul remixt Hans-Rudolf Merz

Der Schweizer Rapper Knackeboul remixt Hans-Rudolf Merz

Mit fast 30 Jahren kümmere es ihn heute weniger, was die Leute denken würden, und deshalb sei er musikalisch mutiger geworden. So etwa singe er auf «Moderator». Rein musikalisch knüpfe das Album aber an die beiden vorherigen an. 15 Lieder hat Knackeboul auf sein neues Album gepresst – er hat alle selber geschrieben und arrangiert. «Die besten Texte sind die, welche intuitiv im Kopf entstehen.» Mittlerweile könne er Texte jedoch auch auf Knopfdruck schreiben.

Der Liebe wegen nach Bern

Bei zwei Liedern hat Knackeboul mit dem Berner Rapper Greis und dem Schweizer Musiker James Gruntz zusammengearbeitet. In «Das Lied» sinniert Knackeboul mit Letzterem darüber, ob das perfekte Lied die ganze Welt retten könne. Persönlich wolle er mit seinem neuen Album zeigen, «was alles in mir steckt und dass ich tiefgründige Texte schreiben kann». Musikalisch sollen sich die Hörerinnen und Hörer jedoch überraschen lassen. Dazu möchte Knackeboul mit «Moderator» in die Schweizer Hitparade kommen. Dieses Ziel strebe er an.

Obwohl immer noch als Langenthaler bekannt, lebt Knackeboul inzwischen nicht mehr im Oberaargau; bereits vor einer Weile zog er nach Bern. Das vor allem der Liebe wegen, wie er sagt. Er bezog mit seiner Freundin ein Haus nahe des Inselspitals. «Mit einem grossen Garten und, man stelle sich vor, mit einer Heizung», sagt er und lacht. Eine Anspielung auf «das Lotterhaus», das er vor seinem Umzug in Langenthal bewohnte. Eben ohne Heizung.

Noch oft in Langenthal präsent

Bern sei vor allem wegen Zürich praktisch. Knackeboul reist oft an die Limmat, weil er in dieser Stadt die meisten Aufträge hat. So zum Beispiel die Sendung «Knack Attack» beim privaten Schweizer Fernsehsender Joiz. Die Sendung laufe gut, nur halt mit weniger Zuschauern als etwa beim Schweizer Fernsehen. Allerdings ist Knackeboul auch bei Letzterem engagiert; in «Zambo» hat er seine eigene Rubrik.

Ob den Umstrukturierungen bei der Kindersendung werde diese jedoch bald eingestellt, teilte man ihm letzte Woche mit. Sporadisch wird Knackeboul allerdings weiter in «Zambo» auftreten.

In «Giacobbo/Müller» hatte der Rapper ebenfalls bereits zwei Auftritte, den Letzten vor Monatsfrist in Arosa. Mit diesem sei er nicht so zufrieden gewesen, «weil ich Anbetracht der Zuschauerzahl ziemlich nervös war». Ob Zürich oder Bern – Knackeboul ist also in aller Munde. Und doch: Einmal pro Woche sei er wegen der Hip-Hop-Crew Mundartisten noch immer in Langenthal. «Im Herzen bleibe ich bestimmt immer ein Langenthaler.»