Musik

Depeche Mode von 39000 Fans im Stade de Suisse gefeiert

Synthie-Pop hat sich mit Stadionrock versöhnt: Am Freitagabend trat Depeche Mode im beinahe ausverkauften Stade de Suisse vor 39000 Fans auf. Und die Band um den 51-jährigen Sänger Dave Gahan überzeugte.

Einst war er schwer drogenabhängig, Selbstmord gefährdet und krebskrank. Doch am Konzert in Bern strotzte Dave Gahan vor Energie.

Auf der Bühne war er Dreh- und Angelpunkt von Depeche Mode.

Der 51-jährige Sänger präsentierte sich topfit, wetzte wie ein Irrer über die Bühne und übte sich in Posen des Rockstars. Er war der unbestrittene, eitle Über-Gockel im Stade de Suisse in Bern.

Unterstützt wurde das Trio von einem Schlagzeuger und einem weiteren Keyboarder.

Soundtüftler und Hauptkomponist Martin Gore hielt sich mit wenigen Ausnahmen in der zweiten Reihe auf, und überliess Gahan Show und Animation. Andrew Fletcher, das dritte Urgestein, schliesslich blieb ganz im Hintergrund.

Die vielen Hits aus 33 Jahren Depeche Mode bildeten vor allem im furiosen Finale die vielumjubelten Höhepunkte des Konzerts, doch immer wieder platzierten sie auch Songs aus dem feinen aktuellen Album "Delta Machine".

Zu Beginn des Konzerts gaben noch die Computersounds den Ton an. Sie fauchten, knarrten, ächzten und dröhnten: "Welcome To My World". Nur schade, dass das raffinierte Soundgeflecht des aktuellen Albums "Delta Machine" im Stadion unterging.

Doch die Band scheint sich längst damit abgefunden zu haben. Vor allem Live hat sich Depeche Mode längst vom reinen Spielart des Synthie-Pop der Anfangszeit wegbewegt.

Sie, die einst die Gitarre aus der Popmusik verbannten, haben wieder auf das prägende Instrument des Rock zurück gegriffen.

Und wenn der Schlagzeuger aufs Fell hämmerte und Gore in die Saiten seiner Klampfe griff, unterschied sich Depeche Mode kaum mehr von einer normalen Band des Stadionrock. Synthi-Pop hat sich mit dem Rock versöhnt.

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