Rock and Roll

Deep-Purple-Sänger Ian Gillan hat Lampenfieber vor jedem Konzert

Deep-Purple-Sänger Ian Gillan am Montreux Jazz Festival 2013 (Archiv).

Deep-Purple-Sänger Ian Gillan am Montreux Jazz Festival 2013 (Archiv).

Manchmal klingt Ian Gillan wie ein alter Mann. «Das ist so eine bizarre Phase gerade», sagt der Sänger der Rockband Deep Purple etwa über Smartphones, die seine Fans ihm in Konzerten entgegenhalten. «Ein Bild zu machen, ist wichtiger als das Ereignis.»

Er halte es beim Komponieren ja mit Stift und Notizbuch. Gillan wird am 19. August 70, der Engländer hat also jedes Recht, so etwas zu sagen.

Aber meistens klingt er gar nicht nach Rockopa, sondern nach Vollblutmusiker, der Spass an jedem seiner unzähligen Konzerte hat. "Immer beim Mittagessen kommt das Lampenfieber", sagt der Sänger, der seit 1962 auf der Bühne steht und nach eigenen Angaben alleine im vergangenen Jahr in 54 Ländern gespielt hat. Schliesslich wisse er nie, was ihn erwarte.

Eines könnte er allerdings wissen: Kein Konzert endet, ohne dass er und seine vier Kollegen "Smoke on the Water" gespielt haben und damit eines der bekanntesten Gitarrenriffs der Rockgeschichte.

Wie sehr nervt das? "Es ist ein Segen, ich bin dem Lied dankbar", sagt Gillan, der statt Rockermähne längst kurze graue Haare trägt. Und erzählt, wie er mit Luciano Pavarotti gearbeitet habe, der ganz neidisch gewesen sei, weil "Smoke on the Water" jedes Mal ein bisschen anders klingt, auch nach Jahrzehnten.

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