Eurovision Song Contest
Conchita Wurst will jetzt noch «den Rest der Welt beglücken»

Conchita Wurst hat den Eurovision Song Contest gewonnen. Die Dame mit Bart ist keineswegs ein Transvestit, sondern eine Kunstfigur eines 25-jährigen Österreichers. Conchita interpretierte den Sieg als Zeichen für Liebe und Toleranz.

Drucken
Teilen
Mit «Thats what I am» erreichte die Österreicherin Conchita Wurst das Final des Eurovision Song Contest.
9 Bilder
Conchita Wurst bei ihrem Halbfinal-Auftritt am Eurovision Song Contest.
Conchita Wurst - die Eurovision-Favoritin mit Vollbart
Nach dem Halbfinal-Auftritt Küsschen für das Publikum.
Beim Halbfinal begeisterte Conchita Wurst.
Conchita Wurst galt am Finaltag bei den Buchmachern als Favorit.
Österreichs Song-Contest-Hoffnung Conchita Wurst im April 2014, anlässlich einer Farewell-Party in Wien.
Conchita Wurst bei «Wild Girls – Auf High Heels durch Afrika» auf RTL.
Er ist Conchita Wurst: Thomas Neuwirth.

Mit «Thats what I am» erreichte die Österreicherin Conchita Wurst das Final des Eurovision Song Contest.

Keystone

«Diese Nacht steht für Einheit aus Liebe und Toleranz. Europa hat gezeigt, dass wir fortschrittlich denken und in die richtige Richtung gehen wollen.» Das erklärt die strahlende Conchita Wurst nach ihrem Sieg an einer Pressekonferenz.

Wie sie sich fühle, könne sie eigentlich noch nicht in Worte fassen, denn die Worte dafür kenne sie noch nicht. «Es ist überwältigend und ich bin so dankbar.»

Für die glamouröse Dame mit Bart ist mit dem Sieg im Eurovision Song Contest ein Traum in Erfüllung gegangen. Jetzt will sie noch den «Rest der Welt beglücken», wie sie gegenüber «oe24.at» sagt.

Mini-Biografie erfunden

Conchita Wurst ist eine Kunstfigur – geschaffen von Thomas Neuwirth, einem in Gmunden in Oberösterreich geboren 25-Jährigen. Das ist alles andere als ein Geheimnis: Neuwirt hat für Wurst eine Mini-Biografie erfunden. Sie wurde, wie sich auf ihrer Website nachlesen lässt, im «kolumbianischen Hochland» geboren.

Österreich will guter Gastgeber für ESC sein

Nach dem Sieg beim Eurovision Song Contest in der Nacht zum Sonntag nimmt Österreich Kurs auf die Ausrichtung der Jubiläumsausgabe des Wettbewerbs 2015. Bereits am Montag sollen die Vorbereitungen für den 60. ESC beginnen.

"Jetzt, da wir gewonnen haben, wollen wir auch gute Gastgeber sein", versprach der TV-Unterhaltungschef des Österreichischen Rundfunks (ORF), Edgar Böhm.

Ob die Hauptstadt Wien der Austragungsort sein wird, steht nach Angaben von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz noch nicht fest: "Wien wäre eine wunderbare Möglichkeit, aber man sieht, dass ein Song Contest unglaubliche Unterstützung der jeweiligen Stadt benötigt." Österreich sei ein Land, "das für Musik steht und mehrere Möglichkeiten hat, den Song Contest auszurichten."

Österreichs ESC-Siegerin Conchita Wurst träumt derweil schon vom nächsten Eurovision-Auftritt, diesmal allerdings eher als Moderatorin: "Ich wäre gerne Teil von Eurovision 2015 - vielleicht als Gastgeberin?", sagte die glamouröse Vollbart-Dragqueen nach ihrem Triumph in Kopenhagen. (sda)

Thomas Neuwirth, der aus einer Wirtshaus-Familie stammt, ist homosexuell – das stellte er in einem Interview gegenüber der «Bild»-Zeitung klar: «Ich bin keine Transsexuelle, sondern ein Mann und werde es bleiben.»

Er plane auch «keine Geschlechtsangleichung», wie er sich ausdrückt. «Ich trage nur gern Frauenkleider, das ist alles.» Seit November ist Neuwirth in einer Beziehung.

Bereits als 14-jähriger Knabe schlüpfte er erstmals in Frauensachen. Geoutet hat er sich 2006, als er in der ORF-Castingshow «Starmania» den zweiten Platz holte.

Anschliessend gehörte er – als Tom – zur Boyband «Jetzt anders!», der allerdings ein kurzes Bestehen gegönnt war. In die Haut von Conchita schlüpfte er erstmals bei der Talentshow «Die grosse Chance» 2011. Es folgten weitere TV-Auftritte in Formaten wie «Wild Girls – Auf High Heels durch Afrika» auf RTL.

(pz/ldu)

Aktuelle Nachrichten