Konzert

Bruno Mars greift nach den Sternen und bleibt doch am Boden

Bruno Mars beehrte die Schweiz (Archiv)

Bruno Mars beehrte die Schweiz (Archiv)

Der Superstar aus Hawai bot im Hallenstadion Zürich eine überraschend schlichte Show. Der Mann hat Potenzial, überzeugte aber nicht auf der ganzen Linie.

Mit weltweit über 10 Millionen verkauften Tonträgern ist Bruno Mars der erfolgreichste Popstar der letzten Jahre. Er lässt damit Robbie Williams und Justin Timberlake deutlich hinter sich. Doch im Kampf um die Pop-Krone zählen nicht nur Chartsplatzierungen und Verkaufserfolge. Konzerte werden immer wichtiger und erst Live zeigt sich, ob jemand das Zeug zum König hat.

Hier haben die begnadeten Entertainer, der 32-jährige Timberlake und der 39-jährige Williams, noch etwas die Nase vorn. Das zeigt sich auch in der Schweiz. Robbie füllt die Arenen nach wie vor spielend und der Vorverkauf für das Gastspiel von Timberlake im Hallenstadion Zürich läuft so gut, dass ein Zusatzkonzert für den 16. April angesetzt werden musste. Der Konzert-Hype um Bruno Mars ist noch etwas bescheidener. Immerhin war sein Konzert im Hallenstadion Zürich vor 13000 Zuschauern auch schon seit Monaten ausverkauft.

Schon bei seinem ersten Konzert in Zürich vor zwei Jahren hat der 28-jährige Musiker aus Hawai bewiesen, dass mehr ist als ein Teenie-Phänomen. Zwei Jahre danach ist die Mehrheit der Zuschauer zwar immer noch jung und weiblich, sein Hang zu Retro-Musik, die postmoderne, kunterbunte Mischung aus Soul, Reggae und Rock'n'Roll zielt aber je länger je mehr auf ein reiferes Publikum.

Aber vor allem verdient Mars als Musiker Respekt. Er ist ein glänzender, intonationssicherer Sänger, der souverän phrasiert. Seine Stimme klingt für den Retro-Sound allerdings noch etwas gar jugendlich.

Das Konzert im Hallenstadion war auffällig schlicht. Mit einer achtköpfigen Band mit Bläsern im Rücken trat er in klassischer Konzertsituation auf. Das kann als Mangel gewertet werden, oder als Statement: Hier soll es nicht um Klamauk und Spektakel, sondern um Musik gehen. Sie soll sich selbst genügen und ist Unterhaltung genug. Wenn nur die einfallslosen Tanzchoreoagraphien nicht gewesen wären.

Doch die Band hatte wie das gut gelaunte Publikum sichtlich Spass und der Bandleader selbst hat seit seinem letzten Auftritt in Zürich an Lockerheit und Sicherheit gewonnen. Kein Zweifel: Da wächst einer heran, der es ganz nach oben schaffen kann. Dabei gibt es noch beträchtliches Verbesserungspotenzial. Mars muss aber gar noch nicht alles geben, denn nach zwei Alben steht er erst am Anfang seiner Karriere und der Dreikampf um die Krone hat erst begonnen.

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