Vor Gericht

BBC wegen «sensationslüsternem» Bericht verurteilt

Der Sänger Sir Cliff Richard (77, l) zeigte sich am Mittwoch vor Gericht sehr emotional, nachdem seine Klage gegen die BBC gutgeheissen wurde. Das Gericht befand, die BBC habe "sensationslüstern" über ihn berichtet.

Der Sänger Sir Cliff Richard (77, l) zeigte sich am Mittwoch vor Gericht sehr emotional, nachdem seine Klage gegen die BBC gutgeheissen wurde. Das Gericht befand, die BBC habe "sensationslüstern" über ihn berichtet.

Popstar Sir Cliff Richard hat einen Rechtsstreit mit dem Sender BBC über die Verletzung seiner Privatsphäre gewonnen. Die Berichterstattung über eine Durchsuchung seines Hauses im Zusammenhang mit unbewiesenen Missbrauchsvorwürfen sei «sensationslüstern» gewesen.

Dieses Urteil fällte der High Court in London am Mittwoch. Die "sensationslüsterne" Art der Berichterstattung sei eine ernsthafte Verletzung der Privatsphäre von Richard gewesen, urteilte das Gericht und sprach dem 77 Jahre alten Sänger zunächst Schadenersatz von umgerechnet 276'000 Franken zu. Weitere Zahlungen könnten noch festgelegt werden, erklärte das Gericht.

Richard zeigte sich nach dem Urteil überwältigt: "Ich bin sprachlos. Ich kann es gar nicht glauben. Das ist eine wundervolle Nachricht", sagte er, wie die Nachrichtenagentur PA meldete.

Ein Mann hatte Richard 2013 vorgeworfen, dass der Sänger ihn in den 80ern als Kind missbraucht habe. Im Zuge der Ermittlungen wurde 2014 das Anwesen von Richards durchsucht. Die BBC berichtete ausführlich.

Richard hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen, die Ermittlungen wurden vor zwei Jahren eingestellt. Mit der Polizei einigte sich Richard auf einen Vergleich. Während des Verfahrens betonte die BBC, die Berichterstattung sei korrekt und in gutem Glauben erfolgt.

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