Nachdem am Sonntag bekannt wurde, dass der US-Konzern Live Nation das Openair Frauenfeld übernommen hat, zeigen sich die Veranstalter des Berner Gurtenfestivals besorgt: «Es ist immer schade, wenn sich riesige Konzerne wie Live Nation in die Schweizer Szene einkaufen», sagt Simon Haldemann. «Die Eigenständigkeit der Festivals wird dadurch bedroht», meint der Sprecher des Schweizer Konzertveranstalters Appalooza, der auch das heute Abend beginnende 34. Gurtenfestival organisiert.

Live Nation hat angekündigt, dass man sich weitere Beteiligungen an Schweizer Festivals durchaus vorstellen könne. «Bei uns hat der Konzern noch nicht angeklopft», sagt Simon Haldemann. «Ich hoffe, dass ‹Frauenfeld› ein Einzelfall bleibt. Die Schweiz darf kein Einkaufsladen für Live Nation werden.»

Weniger besorgt über die amerikanische Shoppingtour auf dem Schweizer Festival-Markt ist Stefan Breitenmoser, Geschäftsführer des Branchenverbands der Schweizer Konzert-, Show- und Festivalveranstalter. «Das Festival-Geschäft ist ein Hochrisiko-Business. Die Veranstalter wandeln auf einem schmalen finanziellen Grat», sagt Breitenmoser.

Da könne es beruhigend wirken, einen Konzern im Rücken zu haben, der einen finanziell absichert und namhafte Künstler unter Vertrag habe. Simon Haldemann vom «Gurten» widerspricht dem deutlich. «Festival-Veranstalter sollen sich nicht auf der faulen Haut ausruhen, sie sollen sich mit eigenen Spezialitäten abheben.» Dann könnten sie auch ohne ausländische Grossinvestoren überleben. 

Impressionen vom Gurtenfestival 2016: