Neues Album

Anna Rossinelli: «Wir fühlen uns immer noch zur Strasse verbunden»

Sängerin Anna Rossinelli mit den Bandmitgliedern Georg Dillier und Manuel Meisel, von links.

Sängerin Anna Rossinelli mit den Bandmitgliedern Georg Dillier und Manuel Meisel, von links.

Drei Monate reisten Anna Rossinelli und Band quer durch Amerika. Die Erlebnisse verarbeiten sie in ihrem neuen Album «Takes Two To Tango». Die Songs präsentieren sich musikalisch gereifter - und dass sie in den USA entstanden sind, hört man ihnen an.

Drei Monate reiste Anna Rossinelli mit ihrer Band quer durch Amerika. Die Erlebnisse fasst sie in ihrem neuen Album «Takes Two To Tango» zusammen. Die Songs präsentieren sich musikalisch gereifter, erwachsener - und dass sie in den USA entstanden sind, hört man ihnen an.

Anna Rossinelli, am 27. November erscheint euer neues Album «Takes Two To Tango». Was ist das Besondere daran?

Georg Dillier: Wo soll man hier anfangen, da gibt es so Vieles.
Anna Rossinelli: Es steckt eine Geschichte und viele Emotionen dahinter. Viele unterschiedliche Sänger und Musiker sind zu hören. Man spürt das Amerika-Feeling. Das Besondere ist, dass wir auch Gastmusiker hören. Wir haben auch gewisse USA-Nuancen auf diesem Album – auch typische Instrumente, die in Amerika zu finden sind.
Manuel Meisel: Für dieses Album waren wir drei Monate unterwegs und haben uns von einem Kamerateam begleiten lassen.

Was hat es mit dem Namen «Takes Two To Tango» auf sich?

Rossinelli: Das ist eine englische Redensart. Es braucht immer zwei, um etwas zu erreichen. In diesem Sprichwort ist klar, dass es natürlich zwei zum Tango tanzen braucht. Wir haben den Titel gehört und gedacht, dass er sehr gut zu uns passt. Es braucht wie uns, aber auch die Anderen, um dieses Projekt realisieren zu können. Tango-Fans kaufen aber besser eine andere CD.

Mittels Crowdfunding habt ihr im Frühling versucht, einen Teil eures Projektes zu finanzieren. Hat dieser Plan gut funktioniert?

Rossinelli: Am Anfang waren wir eigentlich recht perplex, dass diese Idee auf solche Kritik gestossen ist. Es gibt viele Stars, die so versucht haben, Projekte zu unterstützen. Viele haben auch nicht verstanden, dass man hier auch etwas zurückbekommt. Crowdfunding funktioniert so, dass man auch etwas zurückbekommt - bei uns in Form von Geschenken.
Dillier: Ich glaube die Gesamtbotschaft wurde falsch verstanden. Wir haben keine Ferien gemacht.

Anna Rossinelli - "Shine In The Light"

Anna Rossinelli - "Shine In The Light"

Von Mai bis Juli wart ihr unterwegs und habt dann euer Album in New York aufgenommen. Warum musste es Amerika sein?

Rossinelli: Amerika ist musikalisch Gesehen sehr vielfältig. Wären wir jetzt nach Frankreich gegangen, hätten wir ein anderes Konzept gebraucht. Amerika hat für uns am besten gepasst.
Dillier: Es ist das Land des endlosen Autofahrens und der endlosen Strassen – was für unseren Film natürlich auch perfekt war. Die Landschaft ist unglaublich.
Rossinelli: Amerikaner sind halt auch sehr offen. Man kann dort auch ohne grossen Plan etwas auf die Beine stellen.
Meisel: Wahnsinnige Gastfreundschaft.

Wo sind die Songs entstanden?
Rossinelli: (lacht) kurz gesagt sind sie zu Hause entstanden, wurden aber auf der Reise weiterentwickelt.

Was waren die Highlights eurer Reise?

Meisel: Wir haben uns mit einem Gospel-Chor getroffen, wo wir dann Aufnahmen davon in unsere Lieder einfliessen liessen. Für mich war der Grand Canyon, Utah, Arizona landschaftlich sehr imposant. Dann das wir auf der Strasse so gut angekommen sind. In Austin zum Beispiel hatten wir eine tolle Session mit einem Strassenmusiker, der mit Trommeln spielte. In LA haben wir auch mit Musikern aus grossen Bands gespielt.

Auf eurem Road-Trip seid ihr ab und zu mit lokalen Strassenmusikern aufgetreten.

Rossinelli: Wir fühlen uns halt immer noch zur Strasse verbunden, da wir selbst mit Strassenmusik angefangen haben. Uns ist es ja egal, ob jemand auf der Strasse singt – das klingt genauso gut. Wir haben die Bühne eingetauscht.
Dillier: Wir haben nicht nur auf Strassenmusiker gesetzt, da wir auch Angst hatten, nicht die passenden Leute zu finden. Deshalb haben wir auch bereits im Voraus gewisse Musiker angeschrieben und haben uns dann mit Ihnen getroffen.

Seit Mitte November seid ihr auf Promotour um das neue Album zu vermarkten. Habt Ihr als Team auch Angst, das Album könnte bei den Fans nicht gut ankommen?

Meisel: Ja ich schon.
Rossinelli: Ja immer. Das gehört dazu. Wichtig ist, dass wir es mal toll finden. Das ist sicher mal eine gute Voraussetzung. Ich denke dann gibt es weniger Angriffsfläche. Wenn ich richtig hinter meinem Projekt stehe, dann verletzt es mich weniger.
Dillier: Der erste Schritt ist halt immer, dass es die Fans gut finden.

Der Song «Bang Bang Bang» ist der erste Vorbote aus eurem Album.

Rossinelli: Wir haben nicht erwartet, dass «Bang Bang Bang» die erste Single sein wird. Es ist eher ein ruhiger Song, dramatisch. Darauf zu hören ist auch Olivia Harris, die wir in Los Angeles kennenlernten und die mit ihrer zweiten Stimme eine absolut grosse Bereicherung für den Song ist.
Dillier: Das Video dazu haben wir in beiden Ländern aufgenommen. Arizona, Tennessee und Schweiz.

Gibt es einen Song auf diesem Album, der euch besonders viel bedeutet?

Meisel: Ich habe jede Woche einen neuen Lieblingssong.
Rossinelli: Mir gefällt «Broken Hearted» sehr. Diesen Song haben wir mit einem Gospel-Chor aufgenommen. In «Wasting Time» hört man einen Strassenmusiker aus Los Angeles, der sehr gut Mundharmonika spielen kann. Das sind Songs, die dem Album den hörbaren USA-Schliff verleihen.

Dies ist bereits die dritte CD. Welches Album hat euch am meisten Spass gemacht?

Rossinelli: Eindeutig das hier. Die Geschichte hinter dieser CD ist halt auch die tollste. Es war das grösste Projekt.

Musstet ihr viel investieren?

Dillier: Das Gesamtprojekt war das Teuerste.

Meistgesehen

Artboard 1