Beim «Meet and Greet» in Gabaliers Garderobe sind die weiblichen Fan dem Kreislaufkollaps nah. Das Herz pocht bis zum Hals, die Beine sind weich wie Gummi. Sie sind ihrem Idol nahe wie noch nie. Da steht er nun, der Mann, den sie bislang immer nur aus der Ferne angehimmelt haben. Der auf der Bühne unnahbar schien. Jetzt knipst er sein steirisches Lächeln an, nimmt seine «feschen Madln» rechts und links in den Arm und posiert so für die vielen Erinnerungsfotos, welche die Dirndl-Trägerinnnen als Selfie schiessen oder für deren Aufnahmen sie die mitgereisten Freunde oder Ehemänner einspannen.

Verknallt in fast 40`000 Besucher

Kaum hat sich der Staub vom Argovia Fäscht gelegt, rockt schon der Nächste das Birrfeld. Andreas Gabalier lockte mit seiner Musik rund Zehntausende an sein Konzert. Die Besucher sind begeistert.

Cornelia Rogenmoser aus Unterägeri (ZG) ist mittendrin. Sie sagt: «Das war heute einmalig für mich, das wird mich für immer prägen, da denke ich noch mein Leben lang dran.» Nachgefragt, warum sie vielleicht der grösste weibliche Schweizer Gabalier-Fan ist, meint sie: «Er ist einfach Andreas Gabalier, er verstellt sich nicht, mit ihm kann man sicher Pferde stehlen.» Sie hat sich von dem Österreicher ein rotes Edelweiss-Halstuch und eine Baselball-Mütze signieren lassen. Andere haben sich intimere Stellen für Gabaliers Autogramm ausgesucht: den Teil des Dekolletés, den das Dirndl freilässt.

Begehrt: Ein Autogramm von Andreas Gabalier.

Begehrt: Ein Autogramm von Andreas Gabalier.

Auch Corinne Dahinden, Mathematiklehrerin an der Kanti Zug, war mit in Gabaliers Garderobe und sie trägt ein Dirndl. Dankbar ist sie Gabalier, dass er dazu beigetragen hat, dass sie das Kleidungsstück wieder ohne Hemmungen tragen kann, er es «salonfähig» gemacht hat. Das heutige «Meet and Greet» haben sie und ihre Freundinnen von Walter Egle, Chef des Unternehmens Showfactory, dem Veranstalter des Abends, an dem neben Gabalier auch noch Trauffer spielen, geschenkt bekommen.

Aber alle sind wegen des «Volks-Rock-’n’-Rollers» gekommen, wie er sich selbst tituliert. Gabalier, sagt Egle, habe den Umsatz der Trachtenindustrie in der Schweiz und in Österreich verzehnfacht. Und weiter: «Er ist hochintelligent und was er macht, hat Hand und Fuss.» Für Corinne Dahinden zählt, dass der Sänger alle seine Songs selbst schreibt – kein Vergleich zu Mickie Krause beispielsweise mit seinen dümmlichen Liedchen a la «Zehn nackte Friseusen». Nein – Gabalier habe wirklich Tiefgang und Niveau.

Kurz nach 20.15 Uhr betritt der Meister die Bühne. Auf einem der muskulösen Oberarme prangt das Schweizer-Kreuz.

Andreas Gabalier mit Schweizer Kreuz auf dem Arm

   

«I sing a Liad für di» ist der Opener. Der Text: I sing a Liad für di und donn frogst du mi, mogst mit mir tanzn gehn? I glab i steh auf di! I sing a Liad für di.» Und dann kommt schon gleich «Hulapalu». «Hodi odi ohh di ho di eh» – die Fans stimmen begeistert mit ein.

Andreas Gabaliers Hit: I sing a Liad für Di

Später am Abend greift der Alpen-Elvis zum Handörgeli und intoniert mit «Dahoam» eine Hymne auf seine österreichische Heimat. Aber in einem Land, in dem seine Konzerte inzwischen fast noch schneller ausverkauft sind als zuhause, der Schweiz, fühlt er sich jetzt auch daheim, wie er seinen Fans verrät. Und man nimmt es ihm ab, dass vor 35'000 zu spielen, er wirklich in vollen Zügen geniesst.

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Sein Projekt «Volks-Rock-’n’-Roll», wie er es nennt, vor rund acht Jahren angelaufen, nimmt immer mehr Fahrt auf. Nichts könne es schlechtreden und runterziehen, sagt er. Und: «Ich sage, was ich denke.» Auch dazu hat Andreas Gabalier einen Song geschrieben. Er heisst «A Meinung ham». Den hat er schon mit seinem «ganz lieben Kollegen Xavier Naidoo» gesungen. Doch heute Abend im Birrfeld präsentiert er ihn «ganz allan».