Der Singer/Songwriter veröffentlicht an Freitag sein drittes Album. Es trägt den bezeichnenden Titel «A Different Dream», denn genau diesen hatte MacGregor, als er vor sechs Jahren seinem «Bohemian Life», wie er die zehn Jahre in der Londoner Musicalszene bezeichnet, den Rücken kehrte und seiner Verlobten nach Bern folgte. Während sich der ehemalige Musicaldarsteller den tosenden Applaus Tausender Zuschauer gewohnt war, wartete in Bern erst einmal niemand auf den Musiker. So versuchte der Brite in seinem ersten Winter in der Schweiz, unter den Lauben der Altstadt als Strassenmusiker die Herzen der Passanten zu erwärmen. MacGregor bezeichnet Bern heute als Heimat, ist verheiratet und Vater des 2-jährigen George, um den er sich kümmert, während seine Frau weiterhin am Stadttheater arbeitet.

Authentizität vor Erfolg

Die Lieder des 43-Jährigen leben von humorvollen, sehr persönlichen Texten, eingängigen, oft etwas schwermütigen Melodien, meist begleitet von Gitarre und Mundharmonika. Sein drittes Album ist auf eigene Kosten entstanden. Alle, die mitgeholfen haben, hätten dies praktisch umsonst getan, erzählt er. Auch wenn das grosse Geld mit der Musik bisher ausgeblieben sei, Authentizität ziehe er dem Erfolg vor.

«Echte Musik ist für mich diejenige, die am Küchentisch unter Freunden gespielt wird, wenn einer die Gitarre an den nächsten weiterreicht.» Seine Liebe zum Einfachen hat der Musiker in das neue Stück «Preferences» einfliessen lassen.

Aufgenommen hat der Musiker das Album in einem abgelegenen alten Schulhaus oberhalb von Frutigen, im letzten Februar bei tiefsten Temperaturen. Im Gebäude musste tüchtig Hand angelegt werden, damit es überhaupt als Studio fungieren konnte.

Dass auf dem Album nun etwa das Knarzen eines Holzstuhles oder Vogelgezwitscher zu hören sind, stört MacGregor nicht – im Gegenteil: «Es darf ruhig handgemacht klingen.»

Gus MacGregor A Different Dream, Sophie Rec.