Oper

72 und noch kein bisschen müde: Startenor Plácido Domingo singt nun Bariton

Placido Domingo hat noch lange nicht genung (Archivbild).

Placido Domingo hat noch lange nicht genung (Archivbild).

Auch nach seiner überstandenen Lungenembolie denkt Startenor Plácido Domingo nicht ans Aufhören. Im Gegenteil: Der 72-jährige spanische Ausnahmesänger erarbeitet sich jetzt Baritonrollen.

"Ich mache kein Geheimnis daraus, dass ich viele Tenorpartien nicht mehr so mühelos singen kann wie zu meinen besten Zeiten. Deshalb bin ich froh, dass sich meine Stimme auch für das Baritonfach eignet", sagte Domingo der Nachrichtenagentur dpa in Salzburg: "Auf diese Weise kann ich meine Karriere noch ein wenig verlängern."

Domingo war erst Mitte Juli nach der Behandlung einer Lungenembolie in Madrid aus dem Spital entlassen worden und musste pausieren. "Die drei Wochen Pause haben mir gut getan", sagte er: "Im allgemeinen erfreue ich mich ja einer robusten Gesundheit. Ich müsste allerdings ein bisschen mehr Sport treiben, ich habe etwas zugelegt."

Gerade hat der Spanier, der in den USA und Madrid lebt, seine erste CD mit Bariton-Arien von Giuseppe Verdi herausgebracht. Und bei den Salzburger Festspielen debütierte er jüngst an der Seite von Anna Netrebko als Giacomo in Verdis Oper "Giovanna D'Arco".

Als Geheimnis seiner unverwüstlichen Stimme nannte Domingo "Hingabe". Ausserdem erfülle ihn eine grosse Neugier nach neuen Rollen. Singen will Domingo, solange es ihm Spass mache, die Theater gefüllt seien und das Publikum Gefallen an ihm finde: "Solange diese drei Bedingungen erfüllt sind, gehe ich nicht in Rente."

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