Coronavirus

40 Gründe, um zu Hause zu bleiben

Ärzte, Köche, Musiker: Daniel Mentes leiht ihnen seine Stimme.

Ärzte, Köche, Musiker: Daniel Mentes leiht ihnen seine Stimme.

Kreative Musikvideos von Studierenden der Hochschule für Musik FHNW zeigen die Bandbreite des Mediums.

«Keine Schüsse, keine Armbrüste, es gibt weder Bomben noch Kanonen / Nur ein Virus mit einer Krone, das bei uns allen Verwüstung anrichtet» – die deutschen Untertitel werden der Poesie des spanischen Liedes nicht gerecht. Aber sie zeigen, wie gekonnt Alessandra Gallo die Trauer des 150 Jahre alten Originaltextes (ein Gedicht von Rosalia de Castro) auf die aktuelle Situation übertragen hat.
Doch selbst ohne Worte wäre die Darbietung der aus Galizien stammenden Musik-Studentin ergreifend. Für ihr zu Hause aufgenommenes Video hat sich Gallo vervierfacht: zweimal spielt sie Cello, zweimal singt sie.

Mit drei Minuten Spielzeit ist das Video nur eine kurze Ablenkung von der Coronakrise. Doch zum Glück haben es Gallo über einhundert Studentinnen und Studenten der Basler Hochschule für Musik FHNW gleich getan und die unterrichtsfreie Zeit für eine Heimaufnahme genutzt. Die 40 kreativsten Beiträge wurden prämiert und sind nun auf dem unten angeführten Link einsehbar.

Ohnmacht, Humor und eine Ode an die Lebensfreude

Als erstes fällt auf, wie sehr sich die nach Abteilungen geordneten Videos in Machart und Stimmung unterscheiden. So ist der Beitrag von Cristina Arcos Cano eine düstere Videoarbeit, bei
der die Klassik-Studentin ihren Körper als Instrument nutzt: Sie klappert mit den Zähnen, schlägt sich auf die Brust und atmet sich an den Rand einer Ohnmacht. Am Ende lässt sie wortlos die Haustür vor der Kamera ins Schloss fallen. Die Botschaft ist klar: Zuhause bleiben!

Humorvoller geht es im Video von Daniel Mentes zu. Der Student an der Schola Cantorum Basiliensis hat ein geistliches Lied aus dem Jahre 1680 umgetextet mit Strophen über Ärzte, Köche und Musiker. Sehr witzig, und vor allem: sehr gut mehrstimmig gesungen. Das über 10000 mal angeklickte Filmchen setzt wie viele andere in dieser Sammlung auch auf das Stilmittel des Splitscreens, um Bild und Ton zu vervielfältigen. Einen eher «analogen» Weg haben Francesca Gaza, Martin Theurillat, Nadav Erlich und Olivia Zaugg vom Institut Jazz gewählt: Ihr Video besteht aus einer einzigen Einstellung, die eine Hausfront zeigt. Der Gitarrist setzt sich in den Fensterrahmen, während der Bassist in der Türe erscheint. Die beiden ­Sängerinnen lehnen sich je aus einem Fenster des Obergeschosses. Der gemeinsam dargebotene Tango sei eine Ode an die Hoffnung und die Freude, ist im Abspann zu lesen. Und es ist einer von 40 guten Gründen, um weiterhin zuhause zu bleiben.

Die 40 prämierten Videos sind hier zu finden: www.fhnw.ch/de/studium/musik/musicalthoughts4u

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