Top 10

Michael Jordan top, Michelle Obama flop: Unsere Rangliste der besten Filmporträts

Michael Jordan wurde in den 1990er-Jahren zur kulturellen Ikone.

Michael Jordan wurde in den 1990er-Jahren zur kulturellen Ikone.

Wer sich durch die Netflix-Eigenproduktionen schaut, begibt sich auf einen wilden Ritt durch die Vergangenheit eines aufgewühlten Landes. Eine Rangliste.

10. Becoming (2020)

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Was soll man von einer Doku halten, die ständig betont, wie grossartig ihre Protagonistin ist und noch dazu von der eigenen Firma für Netflix produziert wurde? Michelle Obamas hehre Ziele in Ehren, aber dieses «Porträt» ist nicht inspirierend, sondern PR. Alternativen: Spielfilm «Barry» über den Studenten Obama oder «American Factory».

9. Keith Richards: Under the Influence (2015)

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Als der Rolling-Stones-Gitarrist in jungen Jahren auf den Spuren von Muddy Waters und Howlin’ Wolf nach Mississippi reiste, kannten seine Band alle, die heutigen Blueslegenden niemand. Der Dokfilm ist eine Hommage an Keith Richards’ Vorbilder und der Blick auf einen unverstellten Rock-’n’-Roller.

8. Trump: An American Dream

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Im gleichen Jahr, wie Donald Trump sein Amt als US-Präsident antrat, erschien diese britische Miniserie: 2017. Sie zeigt den Gang des New Yorker Immobiliensprösslings vom hitzköpfigen Teenager über den unauffälligen Studenten zum narzisstischen Choleriker mit politischen Ambitionen. Pleiten und Affären inklusive.

7. Who Killed Malcolm X? (2019)

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Die Miniserie ist gleichauf mit «Quincy» (Platz 6). Eine eingehende Darstellung von Malcolm X’ Werdegang vom Kleinkriminellen zum Wortführer der Nation of Islam bis zum Bruch und seiner Ermordung. Der Historiker Abdur-Rahman Muhammad recherchiert seit Jahren zum ungeklärten Mordfall. Dieser «Krimi» wird nie sentimental.

6. Quincy (2018)

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Quincy Jones assoziiert man mit Michael Jackson und «We are the World». In diesem Dokumentarfilm unter der Co-Regie seiner Tochter Rashida Jones sieht man, was Jones tatsächlich alles gemacht hat. Und staunt. Der Superproduzent ist erstaunlich bescheiden geblieben, gibt sich offen und warmherzig. Schon fast rührend.

5. What Happened, Miss Simone? (2015)

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Der Dokumentarfilm beginnt verstörend, aber stark. Nina Simones Tagebuch, seltenes Archivmaterial, bisher unveröffentlichte Aufnahmen und ihre Tochter geben einen tiefen, schmerzlichen Einblick in Leben und Werk der Sängerin – und in ihre Seele. Sie hatte das Genie einer wahren Künstlerin.

4. Rolling Thunder Revue (2019)

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«A Bob Dylan Story by Martin Scorsese» sagt es schon: Die Dokufiktion ist des Regisseurs Sicht auf die Konzerttour 1975/76 und ein Land, das nach dem Vietnamkrieg vor einem Neuanfang steht. Der alte Dylan und der alte Scorsese, fast gleich alt, haben Schalk. Der junge Dylan erzählt auf der Bühne verschmitzt wunderbare Geschichten.

3. Inside Bill’s Brain: Decoding Bill Gates (2019)

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In Bill Gates’ Hirn würde es einem schwindlig werden, suggeriert diese Miniserie. Der Milliardär steckt viel von seinem mit Microsoft verdienten Geld in Umwelt- und Gesundheitsprojekte. Oft bewegend, nicht allzu kritisch, aber man kann sich ein Bild von Gates machen, das nicht auf Lügen beruht.

2. Bobby Kennedy for President (2018)

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Die Miniserie zeigt den Wandel Robert F. Kennedys vom Wahlkampfleiter für seinen Bruder mit unbedingtem Siegeswillen zum Verfechter sozialer Gerechtigkeit und Präsidentschaftsaspiranten überzeugend und nah an der Person. Wird zum Schluss etwas sentimental, aber angesichts der Umstände seines Todes ist das entschuldbar.

1. The Last Dance (2020)

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Michael Jordan wurde in den 1990er-Jahren zur kulturellen Ikone. Die Miniserie liefert ein differenziertes Bild der Chicago Bulls und wird dank Basketballern mit Charakter und der dem Spiel angelehnten Form – sie springt vor und zurück in der Zeit – nie langweilig. Sport, Wirtschaft, Kultur und Leben verzahnen sich einzigartig.

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