«Wir spielen zu wenig.» Diese Aussage gab die Initialzündung zur Gründung des Ensembles ApérOHR und dessen Kammermusikreihe in der Kulturscheune Liestal, die in diesem Jahr in ihre dritte Saison geht. Dabei haben die vier Mitglieder des Ensembles, die sich von ihrer Zusammenarbeit in dem auf Neue Musik spezialisierten Ensemble Phoenix Basel kennen, durchaus gut gefüllte Konzertagenden.

Mit der Lust zu «spielen» ist eher ein lockerer Umgang mit verschiedensten Musikstilen gemeint sowie der Wunsch der vier Lehrer der Musikschule Liestal, vor Ort eine hochstehende Kammermusikreihe zu etablieren. Jedes Programm geht auf eine persönliche Vorliebe oder eine emotionale Verbindung zu einer bestimmten Musik zurück. So gab es bereits Konzerte mit irischer Musik, einen Jürg-Wyttenbach-Abend und vom Gitarristen Maurizio Grandinetti rekomponierte italienische Barockmusik.

Domenic Janett zu Gast

Das nächste Programm geht auf die Rechnung der Klarinettistin Toshiko Sakakibara. Ihre erste musikalische und menschliche Begegnung mit Domenic Janett fand vor über 20 Jahren im Rahmen einer Fernsehproduktion statt und war für sie prägend. Gemeinsam spielten sie Janetts Variationen zu «Stille Nacht». Für die gebürtige Japanerin, damals frisch in der Schweiz, eröffnete sich eine neue Welt und gleichzeitig die Möglichkeit, sich heimisch zu fühlen. Nun hat sie die Werke ihres frühen Wegbegleiters in einer für die Volksmusik ungewöhnlichen Besetzung mit Flöte, Klarinetten, Harfe und Gitarre neu arrangiert.

Für den Engadiner Volksmusik-Star sollte das jedoch kein Problem sein. Denn Janett ist kein orthodoxer Traditionalist. Der 1949 geborene Spross einer Musikantenfamilie, der 2016 den Bündner Kulturpreis erhielt, komponiert nicht einfach Ländler im alten Stil, sondern vereint ganz unterschiedliche Einflüsse, die gern auch aus dem Jazz, der Klassik oder anderen Volksmusiken wie beispielsweise der ungarischen stammen dürfen. «Frisch, musikantisch und natürlich», so beschreibt Christoph Bösch, der Flötist des Ensembles seinen Stil. Das garantiert nicht nur Spass am Spiel, sondern «juckt auch in den Beinen».

Kulturscheune Liestal. Sonntag, 10. Dezember, 17 Uhr.