Kunst
Ann Demeester wird neue Direktorin des Kunsthaus Zürich

Christoph Becker leitete das Kunsthaus fast 23 Jahre, lange wurde um seine Nachfolge gerätselt - diese kommt nun aus den Niederlanden.

Anna Raymann
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Ann Demeester ist aktuell Direktorin des Frans Hals Museum in Haarlem.

Ann Demeester ist aktuell Direktorin des Frans Hals Museum in Haarlem.

Jacqueline de Haas

Um die Wirren und Aufregungen um das Präsidium der Zürcher Kunstgesellschaft, das im Juni mit Anne Keller Dubach besetzt wurde, ging beinahe vergessen, dass auch für die Direktion des Kunsthaus Zürich selbst eine Nachfolge gesucht wurde. Dabei sorgte auch dieser Posten bereits für einige Spekulationen. Ein Expertengremium mit bekannten Vertreterinnen und Vertretern wie Pipilotti Rist, Sheena Wagstaff vom Metropolitan Museum in New York oder Achim Borchardt-Hume von der Londoner Tate Modern beriet über die letzten Monate, wer auf Christoph Becker folgen sollte. Die Zusammensetzung liess ahnen, dass es für Schweizer Bewerberinnen und Bewerber schwer würde.

Nun, 12 Monate nach der Zusammensetzung des Gremiums fiel der Entscheid: Ann Demeester (*1976 in Brügge, BE) wird die neue Direktorin, heisst es heute in einer Mitteilung des Kunsthauses. Die Literaturwissenschaftlerin leitet seit 2014 das Frans Hals Museum im niederländischen Haarlem und versteht es, «traditionelle Sammlungen in zeitgenössischen Kontext zu stellen und Altmeister mit Gegenwartskunst so zu kombinieren, dass sich neue Perspektiven eröffnen». Demeester ist zudem Kunstkritikerin und Professorin für Kunst und Kultur an der Radboud Universiteit Nijmegen. Lange stand sie an der Spitze des de Appel arts centre, einem Ausstellungszentrum in Amsterdam, das bekannt ist für die internationale Ausbildung von Kuratoren.

Neustart im Neubau

Christoph Becker, ist fast 23 Jahre lang Direktor des Kunsthaus Zürich.

Christoph Becker, ist fast 23 Jahre lang Direktor des Kunsthaus Zürich.

Claudio Thoma

Bereits ab kommenden Jahr wird Demeester ihren Weg von Haarlem nach Zürich finden, bevor sie zum 1. Januar 2023 die Leitung des Kunsthauses übernimmt. Christoph Becker übergibt seinen Posten damit nach fast 23 Jahren, mit einer von ihm kuratierten Ausstellung zu Niki de Saint Phalle (2.9.2022–8.1.2023). Der Chipperfield-Bau und der Umzug der umstrittenen Bührle-Sammlung sind seine grossen Abschiedsprojekte. Nun ist es an seiner Nachfolgerin, diese weiterzuführen.

Die Aufgabe ist nicht leicht, darüber hinaus stecken die Namen im Auswahlgremium die Erwartungen hoch. «Ich bin sicher, dass Ann Demeester das Potenzial des Kunsthaus Zürich auszuschöpfen vermag und aus der Institution mehr als ein Museum machen wird – gemeinsam mit dem Team», sagt Anne Keller Dubach in der Mitteilung vom Donnerstag.