Der Unterstand vor dem Tigergehege ist gut besetzt. Seit die Tigerbabys vor zwei Wochen ihre ersten Schritte im Freien machten, wollen alle die Kleinen sehen. Bisher brauchten die Zoobesucherinnen und -besucher dafür aber Geduld, wie Zoo-Kurator Robert Zingg am Mittwoch vor den Medien in Zürich sagte.

Tigermutter Elena versuchte ihre Jungen vor den Besuchern abzuschirmen und im Hintergrund zu halten. Sie habe die Ausreisser immer wieder in den von ihr bevorzugten Bereich zurückgetragen, sagte Zingg weiter.

Die Tigerjungen würden aber von Tag zu Tag neugieriger und unternehmungslustiger. Die Tigermutter müsse wohl über kurz oder lang ihren Jungen mehr Freiraum zugestehen.

56 Tigerbabys

Und schon erscheint Elena mit einem der Kleinen. Sie hat den Ausreisser am Nacken gepackt und schleppt es durchs Gehege, begleitet von Jöh-Rufen der Zuschauer. Ein Kind meint besorgt: "Aber es ist schon noch lebendig?"

Dann verschwindet das Tigerweibchen aus dem Sichtfeld, um kurze Zeit später wieder mit dem Jungen aufzutauchen. Sie legt sich im Hintergrund hin - immer noch gut sichtbar - und lässt ihre Jungen trinken. Noch nicht bei seiner Familie ist Vater Coto.

Lailek, Luva und Liska waren am 15. Mai auf die Welt gekommen. Ein viertes hatte die erste Nacht nicht überlebt. Damit sind im Zoo Zürich bisher 56 Tigerbabys geboren worden.

Nur noch knapp 500 wilde Amurtiger

Für den Zürcher Zoo sind die jungen Tiger eine Sommerattraktion, wie Zoodirektor Alex Rübel sagt. Der Zoo Zürich wirbt denn auch auf aktuellen Plakaten mit dem Tigernachwuchs und dem Slogan "Tigern Sie mal wieder in den Zoo".

Mit den kleinen Tiger will der Zoo Zürich aber auch auf die Situation der freilebenden Amurtiger aufmerksam machen, wie Rübel weiter sagte. In der Wildnis leben noch 430 bis 500 Tiere dieser Tiger-Unterart. Bis zum 23. Oktober können Zoobesucherinnen und -besucher zudem bei einem Quiz Fragen über den Tiger beantworten.