Ein "winning team" sollte man bekanntlich nicht ändern. Deshalb wirken die Leute mit, die schon frühere Freilichtaufführungen wie "Holzers Peepshow" und "Von Mäusen und Menschen" zum Erfolg geführt haben: neben der Regisseurin beispielsweise Fredi Stettler in der Hauptrolle des Behringer, Markus Maria Enggist als Hans sowie Hank Shizzoe, der für die Musik verantwortlich zeichnet.

Das Stück beginnt mit einem Nashorn, das in einer Provinzstadt auftaucht, Schlagzeilen macht und allerhand kaputttrampelt, unter anderem ein Treppenhaus und eine Miezekatze. Eine Bewohnerin, die ihren Gatten vermisst, erkennt diesen im Rhinozeros wieder. Bald verwandeln sich immer mehr Bewohner in Nashörner.

Die eher rechtsgesinnten aus "Kameradschaft", die eher linken, weil man mit der Zeit gehen muss, wieder andere, weil sie von der Macht und Stärke der Tiere fasziniert sind. Das Stichwort "Populismus" fällt einem unweigerlich ein, aber vermutlich meinte der gebürtige Rumäne alle Formen von Massenbewegungen, welche die Individualität der Einzelnen zerstören.

Humor und Denkfutter

Livia Anne Richard hat sich nach eigenen Angaben eng an Ionescos Originaltext gehalten, "aber natürlich einige Passagen der heutigen Zeit und auch dem Spielort angepasst". Die Inszenierung "soll die Zuschauer mit witzigen Dialogen unterhalten und gleichzeitig tiefgründig zum Nachdenken anregen".

Als Schauplatz ihrer Medienkonferenz vom Dienstag wählten die Verantwortlichen vom Theater Gurten das Naturhistorische Museum der Burgergemeinde Bern. Unter dem Motto "Die Nashörner waren schon mal in Bern" wurden den Medienvertretern unter anderem 20 Millionen Jahre alte Nashorn-Fossilien gezeigt, die 1850 von Zuchthäuslern beim Strassenbau unterhalb der Inneren Enge in Bern ausgegraben worden waren.

Informationen auf http://www.theatergurten.ch/