Solothurner Filmtage

Zwei Dok-Filme sind die Sieger – Fanny Bräuning freut sich über zweite Auszeichnung

Die 54. Solothurner Filmtage gingen am Donnerstagabend mit der Verleihung des «Prix de Soleure» und des «Prix du Public» zu Ende. Ausgezeichnet wurden die Dokumentarfilme «Immer und ewig» von Fanny Bräuning und «Gateways to New York» von Martin Witz.

Die Basler Filmemacherin Fanny Bräuning konnte am Donnerstag im vollbesetzten Landhaussaal den elften «Prix de Soleure» für ihren Dok-Film «Immer und ewig» entgegennehmen. Sichtlich gerührt war sie – aus zweierlei Gründen. Zum einen handelt dieser Film von ihren eigenen Eltern; zum andern konnte sie den Preis bereits zum zweiten Mal in Empfang nehmen. Im Film «Immer und ewig» begleitet die Regisseurin ihre Eltern auf eine Reise kreuz und quer durch Südeuropa. Am Steuer des Campers sitzt ihr Vater Niggi, leidenschaftlicher Fotograf und Tüftler, neben ihm ihre Mutter Annette, seine gelähmte Frau.

Trailer zu «Immer und Ewig» von Fanny Bräuning

Die Jurymitglieder Esen Isik, Noémie Schmidt und Nicola Forster zeigten sich beeindruckt von diesem sehr intensiven, persönlichen Film. «Das Paar nimmt uns auf eine grosse Reise mit. Und urplötzlich merken wir, dass sich der Film direkt und unbequem an uns richtet. Als Zuschauer sind wir aufgefordert, die Fragen der Filmemacherin auch selber zu beantworten. Wir fragen uns, ob die allumfassende Liebe der beiden als Modell für uns selber taugen würde. Wir dürfen dabei durchaus zu unterschiedlichen Antworten kommen. Der Film lässt uns alle Möglichkeiten, und das ist gut so», heisst es in der Laudatio.

Jury-Mitglied Nicola Forster: «Der Film ‹Immer und Ewig› wirft grosse Fragen auf»

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Der «Prix de Soleure» 2019 geht an «Immer und Ewig» von Fanny Bräuning. Die dreiköpfige Jury hatte spannende Diskussionen, bis sie den Sieger auserkoren hat.

Fanny Bräuning gewann im Jahre 2009 mit ihrem Erstling «No more smoke signals» schon einmal den «Prix de Soleure». Es war damals das erste Mal, dass dieser Preis vergeben wurde.

«Immer und ewig» startete am Donnerstag in den Schweizer Kinos. Ihren Eltern habe sie die Nachricht kurz vor der Verleihung mitgeteilt, und sie seien zunächst mal sprachlos, sagte die Regisseurin bei der Verleihung.

Fanny Bräuning, Regisseurin von «Immer und ewig» gewinnt den zweiten «Prix de Soleure»: «Es ist überwältigend»

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Die mit 60'000 Franken dotierte Auszeichnung wird getragen vom Fonds «Prix de Soleure», sowie vom Kanton und von der Stadt Solothurn. Die Preissumme geht je zur Hälfte an Regie und Produktion (Hugofilm Productions GmbH).
Riesenfreude an Publikumspreis

Martin Witz erhielt für «Gateways to New York» den mit 20'000 Franken dotierten «Prix de Public». Im Film wird die Geschichte des grossen Schweizer Ingenieurs Othmar H. Ammann erzählt, der 1904 nach New York auszog und die Regeln der Brückenbaukunst neu definierte.

Martin Witz gewinnt mit «Gateways to New York» den Publikumspreis der 54. Solothurner Filmtage

Martin Witz: «In der Generation meiner Grosseltern war Othmar Ammann ein riesiger Held»

Der Publikumspreis wurde von der Festival-Hauptsponsorin Swiss Life in Zusammenarbeit mit den Solothurner Filmtagen zum 13. Mal verliehen. «Es ist eine Riesenfreude für mich, diesen Preis zu erhalten», gestand Regisseur Martin Witz. «Das Filmemachen kann nämlich auch ein ganz einsames Geschäft sein. Zweifel kommen: Wer interessiert sich schon für Brücken? Doch jetzt werde ich beschwingt weiterarbeiten.»

Die Preissumme geht zur Hälfte an Regie und Produktion (venturafilm). «Gateways to New York» startet am 4. April 2019 in den Kinos der deutschsprachigen Schweiz.

Die 55. Ausgabe findet vom 22. bis 29. Januar 2020 statt.

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