Das Werk von Urs Odermatt erinnert vage an ein reales Verbrechen: Die sexuellen Übergriffe eines Aargauer Turnlehrers auf eine Schülerin Ende der 90er Jahre. Die Familie des Opfers lehnt den Streifen gemäss Medienberichten ab. Und drohten mit Gegenmassnahmen.

Im Gespräch war eine superprovisorische Verfügung, mit der die Premiere allenfalls hätte verhindert werden können. Eine solche traf bei den Solothurner Filmtagen aber nicht ein, wie es auf Anfrage hiess.

Die Aufregung im Vorfeld der Premiere schien die Besucher aber sehr kalt zu lassen. Die Uraufführung kurz vor Mittnacht fand nämlich vor ziemlich leeren Rängen statt.

Die negative Reaktion der Familie auf den Streifen ist indes verständlich. Mit etwas weniger krud betonten Parallelen zum Aargauer Fall hätte der Film womöglich punkten können: Odermatt wartet mit einem phasenweise interessanten Werk auf und schafft eine Art Kunstfilm mit schnellen Schnitten und Traumsequenzen.