Lediglich 20 Prozent der 334 Beanstandungen im vergangenen Jahr wurden vom Ombudsmann ganz oder teilweise gutgeheissen, wie aus dem am Dienstag publizierten Jahresbericht der Ombudsstelle hervorgeht. Dies entspricht in etwa dem Anteil der vergangenen Jahre.

Dieses Resultat zeige, dass die Journalistinnen und Journalisten von SRF zwar hin und wieder Fehler machten, aber in der überwiegenden Mehrheit der Sendungen faktengerecht, fair und kompetent berichteten.

Wie in den Vorjahren richteten sich die meisten Beanstandungen gegen das Fernsehen ein. Insgesamt wurden 100 Fernsehsendungen bemängelt. Die Mehrheit der Beanstandungen betrafen Informationssendungen, vor allem über die Innenpolitik.

Einzelne Fernsehsendungen zogen den Unmut gleich mehrerer Zuschauer auf sich. So hagelte es nach der Sendung "Giacobbo/Müller", in der es um das Tanzverbot im Aargau und um das Abendmahl ging, 74 Eingaben.

43 Beanstandungen provozierte der Film "Feuchtgebiete". Über die Unterhaltungssendung "Happy Day" mit dem Blackfacing des "Verstehen Sie Spass?"-Moderators Guido Cantz beschwerten sich 17 Fernsehzuschauerinnen und -zuschauer.

Die Gründe für die Beanstandungen seien vielfältig, heisst es im Jahresbericht. Moniert werde vor allem fehlende Sachgerechtigkeit, Diskriminierung, gestörte Sittlichkeit/verletzte religiöse Gefühle, Jugendschutz, Gewalt, fehlende Vielfalt und Schleichwerbung.

Etliche Verunglimpfungen

Ombudsmann Roger Blum stellt zudem eine Verschärfung im Umgangston der Beanstander fest. Der Ton sei in letzter Zeit kritischer, aber auch aggressiver geworden. So würden Medienschaffende etwa als "Linksterroristen" oder "Medien-Schnudderis", Politiker als "Dreckselite" oder "Landesverräter" verunglimpft.

Dennoch nehme der Ombudsmann jede Beanstandung aus dem Publikum ernst. Denn es sei wichtig, über allfällige Fehler der Programmschaffenden zu reden und den Diskurs öffentlich auszutragen. Aber, so wird Blum in der Mitteilung zitiert: "Es gibt einen republikanischen Anstand. Und der gilt für alle."