Umweltaktivist

Sven Schelker: «Bruno Manser hat selbstlos für seinen Glauben ans Gute gekämpft»

Schauspieler Sven Schelker spielt in der Verfilmung von Bruno Mansers Leben die Hauptrolle. (Archivbild)

Schauspieler Sven Schelker spielt in der Verfilmung von Bruno Mansers Leben die Hauptrolle. (Archivbild)

Zu Bruno Manser ist auchein grosser Kinospielfilm in Arbeit. In der Hauptrolle:der Schweizer-Filmpreis-Gewinner Sven Schelker.

Sven Schelker, für den Kinofilm «Paradise War» schlüpfen Sie in die Rolle von Bruno Manser. Ein Leben fernab der Zivilisation, wäre das auch etwas für Sie?

Sven Schelker: Ich kann mir das gar nicht richtig vorstellen. Eine solche Lebensweise steht meiner eigenen diametral gegenüber. Doch genau das finde ich extrem spannend.

Der Dreh beginnt im Herbst, doch Sie werden bereits im Juni drei Wochen mit den Eingeborenen im Regenwald verbringen. Was haben Sie sich dort vorgenommen?

Ich will dort möglichst viel aufsaugen: die Art und Weise, wie die Penan leben, wie sie miteinander umgehen, ihr Zeitempfinden, was in ihrer Gemeinschaft wichtig ist. Ich möchte mich ihrer traditionellen Lebensweise ganz hingeben. So nehme ich die stärksten Erfahrungen mit.

Werden Sie auch die Sprache der Penan lernen?

Bruno Manser sprach Penan, deshalb sind meine Dialoge im Film auch in dieser Sprache. Ich weiss nicht, ob ich sie gut genug erlernen kann, um mich dort mit den Penan unterhalten zu können. Aber irgendwie lässt sich immer kommunizieren.

Sie haben sich für «Paradise War» intensiv mit Bruno Mansers Geschichte beschäftigt. Wie schätzen Sie ihn ein? Was war er für ein Typ?

Bruno Manser war ein sehr ehrlicher, tiefgründiger und neugieriger Mensch. Er warf sich mutig in einen Kampf und hat selbstlos für seinen Glauben ans Gute gekämpft. Dafür zahlte er den höchsten Preis. Seine Energie, sein Wille und seine Überzeugung waren einzigartig.

OFFICIAL TRAILER: The Borneo Case - Bruno Manser lebt weiter

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Bruno Manser schuf sich mit seinen Aktionen mächtige Feinde. Zu seinem Verschwinden gibt es viele Theorien. Was ist Ihre?

Ich glaube nicht, dass er noch lebt. Auf Manser war Kopfgeld ausgesetzt. Ich kann mir vorstellen, dass das für gewisse Personen ein grosser Antrieb war, ihm nachzusetzen. Ich gehe davon aus, dass sie damit erfolgreich waren. Aber das ist reine Mutmassung.

Welche Facetten von Bruno Manser möchten Sie vor der Kamera rüberbringen? Was ist Ihnen da besonders wichtig?

Ich möchte Bruno Manser so breit, tief und präzise wie möglich erfassen. Dazu gehören auch seine Ängste und Zweifel, sein innerer Kampf und wie er sich immer wieder aufraffte. Diese Bandbreite an Emotionen, diese Komplexität: Genau das packt mich, nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Zuschauer. Vor dieser Herausforderung habe ich den grössten Respekt – alles andere wäre naiv und dumm! (lacht)

Bruno Manser – ein Held auch für die heutige Zeit?

Absolut. Die Ausbeutung von Ureinwohnern: Solche Geschichten sind so alt wie Menschheit. Es braucht immer Leute wie Bruno Manser, die für ihre Rechte und Werte kämpfen.

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