TV-Kritik

«Sportpanorama»: Eine alte Liebe rostet

Bernard Thurnheer moderierte arg verschnupft.

Bernard Thurnheer moderierte arg verschnupft.

Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) hat eine neue Leitung - und steht nun unter verschärfter Beobachtung. Die az beurteilt, analysiert und kritisiert deshalb jeden Tag eine neue Sendung.

Mit dem «Sportpanorama» ist es wie mit einer alten Beziehung. Irgendeinmal kommt der Punkt, da kann die Freundin oder eben das «Sportpanorama» machen, was sie/es will: Man nervt sich nur noch.

Da gibt es zwei Möglichkeiten: sich trennen, also abschalten. Oder sich einen Ruck geben und sich von neuem auf die Beziehung einlassen. Die gestrige Sendung war ein Versuch in Letzterem.

Ein arg verschnupfter Bernard Thurnheer moderierte «die Sendung, die das Aktuellste aus der Welt des Sports bringt, aber auch immer wieder überrascht», wie er es ankündigte.

Nun, die Überraschungen hielten sich in Grenzen. Was aber nicht grundsätzlich schlecht ist, jedenfalls besser als böse Überraschungen, wie Sendepannen oder diese tiefenpsychologischen «Wie haben Sie sich gefühlt, als Sie ins Ziel gefahren sind?»-Interviews, auf die vor allem Matthias Hüppi und Jann Billeter spezialisiert sind.

Stattdessen plätscherte die gestrige Sendung gemächlich dahin. Ein wenig Skisport (Bravo, Didier Cuche), ein wenig Formel 1 («Kennen Sie die Schweiz, Sergio Perez?») und ein tatsächlich unerwarteter Bericht (vor 25 Jahren stieg der EHC Arosa freiwillig in die 1.Liga ab). Und natürlich auch noch die aktuellen Spiele aus der Super League.

Alles sehr solide. Gewiss, etwas langweilig, aber wenigstens nicht unsympathisch. Und dann, nach einer Stunde und ein paar Minuten, merkt man: Nein, das «Sportpanorama» nervt gar nicht so sehr, wie man es sich eingeredet hat. Eigentlich ist es ein passabler Zeitvertrieb für den Sonntagabend - wenn man nichts Besseres zu tun hat. (btu)

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