Bis am Montagabend verzeichneten die Filmtage gut 39000 Eintritte, so viele wie noch nie bis zu diesem Zeitpunkt. «Es hat sich gelohnt, so viel zu investieren», sagt Filmtage-Direktorin Seraina Rohrer im Gespräch mit der «Nordwestschweiz». Sie meint damit in erster Linie die Eröffnung der neuen Spielstätte, des Konzertsaals. Dieser ist seit Anbeginn gut besetzt.  

Seraina Rohrer: «Investitionen haben sich gelohnt»

Zufriedene Filmtage-Direktorin

Die Festivals stiessen heute auf grosse Beachtung, glaubt Rohrer. Vor allem aus dem Tessin und aus der Westschweiz ist mehr Publikum angereist.  

Junger Berneroberländer überrascht

Den neuen Zuschauerrekord will sie aber noch nicht verschreien. Es sind noch drei Tage zu bestreiten. Der Publikumsaufmarsch dürfte auch mit dem gebotenen Programm zu tun haben. Aus allen Landesteilen gab es Perlen zu sehen. Und auch Überraschungen.  

So eine war am Montagabend sicher der erste Spielfilm «Halb so wild» des jungen Regisseurs Jeshua Dreyfus. Darin schickt der 27-jährige Thuner, der nie eine Filmschule besucht hat, fünf Freunde in ein abgelegenes Ferienhaus in einem Tessiner Seitental. Die einsame Idylle ist trügerisch, denn sie bricht schon bald auseinander. Spätestens dann, als die Aussenseiterin der Gruppe ein Spiel vorschlägt: eine «Wahrheitsrunde», bei der alle schonungslos ehrlich miteinander sein müssen. Nun kommt zum Vorschein, worüber zuvor geschwiegen wurde. Und nach ein paar Tagen ist nichts mehr, wie es war. 

«Halb so wild» (Trailer)

«Halb so wild» (Trailer)

Dreyfuss gelingt es dabei, das Wechselspiel der Figuren in starken Bildern einzufangen, es ist eine Art moderner Reigen der in Gang gebracht und zum gelungenen Ende gebracht wird. (rsn)