Die gemeinsame Ehrung hat einen Hintergrund: Ramler wirkte vor 65 Jahren als Dolmetscher bei den Nürnberger Prozessen mit, während Schell für seine Rolle des Nazi-Verteidigers im Film "Das Urteil von Nürnberg" (1961), einen Oscar erhielt.

Ramler fand es "besonders wunderbar, mit einem Weltstar wie Maximilian Schell" ausgezeichnet zu werden. Für die Verleihung ist der Dolmetscher nach 72 Jahren erstmals in seine Geburtsstadt zurückgekehrt. Im Alter von 14 Jahren war er 1938 mit einem der Kindertransporte nach London geflüchtet, während Schell, damals acht, mit seiner Familie in die Schweiz ging.

Der Schauspieler und Regisseur zeigte sich bei der Überreichung des Ordens "sehr dankbar" - nicht im Speziellen für die Auszeichnung sondern vielmehr dafür, "heute zu leben". "Die Zeit war damals so rau, Menschenrechte wurden mit Füssen getreten", meinte der 79-Jährige. "Jetzt befinden wir uns in der längsten friedlichen Periode der österreichischen Geschichte. Es ist wirklich ein Privileg, heute zu leben."