Der schärfste Kritiker des Schweizer Fernsehens kehrt nach 30 Jahren an den Leutschenbach zurück. Der Zürcher Medienpionier Roger Schawinski wird ab Herbst eine wöchentliche Polittalk-Show moderieren. Ausgestrahlt wird die Sendung jeweils am Montagabend.

Heute um 10.30 Uhr wurde der neue alte Moderator offiziell vorgestellt und zwar von Rudolf Matter, dem Direktor von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). Matter hat den explosiven Deal offenbar eingetütet. Schawinski und Matter sind eng befreundet.

«Ich habe eine unglaubliche Lust, wieder eine TV-Talksendung zu machen. Dass dies auf der grossen Bühne von SRF der Fall ist, empfand ich selbst sowohl überraschend als auch reizvoll. So viele Jahre nach dem Start des ‹Kassensturz› ist dies doch eine wunderbare Fernsehgeschichte», erklärte Schawinski gegenüber SRF.

Schawinski: «Ich habe kein Game offen»

Schawinski arbeitete bereits in den 70er-Jahren für das Schweizer Fernsehen. Er hat unter anderem die Konsumentensendung «Kassensturz» erfunden. Danach wechselte er ins Radiofach und gründete Radio 24. Mit dem Zürcher Privatsender Tele 24 kehrte er in den 90er Jahren wieder auf den Fernsehschirm zurück und moderierte dort unter anderem die Talkshow «Talk Täglich».

Wurde die Rückkehr möglich, weil jetzt eine neue Truppe beim Fernsehen am Ruder ist und der von Schawinski arg kritisierte Ex-Generaldirektor Armin Walpen in Pension ging? «Ich habe kein Game offen mit Walpen», sagt Schawinski dazu gegenüber «az».

Es gibt keinen Besseren

Das Schweizer Fernsehen wird jährlich etwa 43 Folgen von «Schawinski» produzieren. Der Talk dauert ungefähr 27 Minuten und wird jeden Montag im Anschluss an «ECO» und vor «Mad Men» auf SF 1 ausgestrahlt.

«Roger Schawinski hat bewiesen, dass es in der Schweiz keinen Besseren für dieses Format gibt. Ich freue mich sehr, dass wir endlich einen politischen Talk im Programm haben und Roger Schawinski dafür gewinnen konnten», sagte Diego Yanez, Leiter Chefredaktion TV bei SRF. (sza)