Elyas M’Barek, in «Männerhort» richten sich drei gestresste Ehemänner in einem Heizungskeller eine frauenfreie Zone ein. Wo flüchten Sie hin, wenn Sie Frauen in den Wahnsinn treiben? 

Elyas M’Barek: Ach, das tun sie ja gar nicht. Ich habe privat nicht das Verlangen danach, in einen Männerhort zu flüchten, wie das im Film der Fall ist.

Wie ist denn das mit den weiblichen Fans? Seit «Fack ju Göthe» (2013) sind Sie im deutschen Sprachraum ein Riesenstar. Auf dem roten Teppich bei der Premiere von «Männerhort» wurden Sie von einem gigantischen Kreischkonzert begleitet. Können Sie im Alltag überhaupt noch auf die Strasse gehen, ohne von Selfie-Anfragen bombardiert zu werden?

Das ist schwierig geworden. Auf der Strasse kann ich mich nur noch langsam fortbewegen. Die Fussgängerzone in München geht gar nicht mehr, U-Bahn fahren ist auch schwierig geworden. Aber spätestens wenn ich zu Hause bin und die Tür hinter mir zumache, muss ich auch keine Fotos mehr machen.

Geht Ihnen dieser ganze Rummel denn nicht auf die Nerven?

Die meisten Leute, die auf mich zukommen, sind höflich. Aber manchmal habe ich wirklich keine Zeit, um für ein Foto anzuhalten. Und dann passierts schon, dass manche Leute ein bisschen ungehalten werden. Aber in der Regel sind alle immer sehr freundlich.

Mit welchen Gegenständen würden Sie einen frauenfreien Tag verbringen?

Eine Playstation und ein Fernseher dazu – so wie im Film. Eine Couch braucht man auf jeden Fall. Und Internetzugang. Und wenn man da mit ein paar Männern sitzt, dann ist ein Kühlschrank mit kaltem Bier auch nicht verkehrt.

Gibt es Situationen, in denen Sie sich, wie die Filmfiguren, «enteiert» fühlen?

Nein. Ich glaube, ich bin relativ selbstbewusst. Ich habe noch nie das Gefühl gehabt, dass ich unter dem Pantoffel von jemandem stehe.

Was bedeutet es denn für Sie überhaupt, ein Mann zu sein?

Dass ich halt nicht als Frau auf die Welt gekommen bin. (lacht)

Anders gefragt: Was ist typisch Mann?

Ich glaube, dass Männer manchmal nicht so gerne reden. Man kann es nicht so pauschal sagen. Aber so verallgemeinert ausgedrückt sind die meisten Männer auch nicht so shoppingfixiert wie die Frauen im Film.

Geschlechterkomödien spielen mit Rollenklischees und Übertreibung. Bei «Männerhort» wirkt die Gegenüberstellung von den «armen Männern» und den «bösen Frauen» aber oft gar nicht ironisch. Soll der Film auch ein Stück weit provozieren?

Nein. Die Figuren, die man da sieht, sind alle sehr überspitzt dargestellt. Das sind ja alles nur Klischees, die da behandelt werden, und auch wieder aufgebrochen werden. Man wird als Zuschauer bestimmt Momente sehen, in denen man sich wiederfindet, oder die man auch schon mal so erlebt hat. Aber es ist natürlich eine sehr überspitzte Komödie.

Sie sind im deutschen Sprachraum extrem populär, stehen mit Ihren Auftritten im öffentlichen Mittelpunkt. Wie nehmen Sie Ihre Vorbildrolle wahr?

Ich sehe mich gar nicht so als Vorbild. Ich freue mich, wenn sich Leute inspiriert fühlen. Wenn sich Menschen, die auch einen Migrationshintergrund haben, wegen mir auch für Schauspielerei interessieren. Weil sie sehen, dass da einer ist, der so aussieht wie sie, der Filme gedreht hat in Deutschland und der keine Nachteile gegenüber einem anderen Schauspieler mit blonden Haaren hat. Das freut mich natürlich. Aber Vorbild zu sein, habe ich nie angestrebt.