Dieser zeigt Verständnis für deren Beanstandungen. Der Dreh sei unpassend gewesen, schreibt er in einer Stellungnahme vom Dienstag.

Für die 750. Jubiläumssendung der Jass-Sendung hatte Aussenmoderator Reto Scherrer Telefonjasser an speziellen Orten gesucht - und diese ausgerechnet in einem Thurgauer Bordell gefunden. Die Chefin des Betriebs wurde dabei zur Telefonjasserin. Beim Ombudsmann gingen wegen dieser Sendung zwei Beschwerden ein. 

(Beitrag der Telefonjasserin aus dem Bordell ab Minute 24.20; Quelle: SRF.ch)

Beitrag über Telefonjasserin aus Bordell in SRF-Sendung «Samschtig-Jass» erregt die Gemüter

Eine Zuschauerin kritisierte, dass das SRF den Eindruck vermittle, in einem Bordell sei alles "harmlos, niedlich und fröhlich". Dabei sei das dargestellte Gewerbe frauenverachtend. Der zweite Kritiker fühlte sich als Katholik für dumm verkauft, weil in dieser Sendung auch noch eine Klosterfrau am Jass-Tisch sass.

Unpassend, aber keine Grenzüberschreitung

Wie Ombudsmann Achille Casanova in seiner Stellungnahme schreibt, kann er die kritischen Reaktionen nachvollziehen. Dass Aussenmoderator Scherrer ausgerechnet in einem Bordell gelandet sei, sei unpassend. Die programmrechtlichen Grenzen seien mit dieser Sendung aber nicht überschritten worden.

Der Ombudsmann schliesst sich in seinem Urteil ganz SRF-Direktor Ruedi Matter an, der die Sendung bereits selber kritisiert hatte. Die Jubiläums-Sendung sei sicher kein journalistischer Höhenflug gewesen, sagte Matter gegenüber dem "Blick". Aber ein Skandal sei sie auch nicht, zumal die gezeigten Szenen jugendfrei waren.