Der Dokfilm, der am Dienstag uraufgeführt wurde, ist eine etwas willkürlich wirkende Kompilation von Szenen der Schweizer Unterhaltungsgeschichte des 20. Jahrhunderts.

Hug operiert mit der kühnen These, dass die Politik der "geistigen Landesverteidung" aus dem zweiten Weltkrieg noch die TV-Sendung "Teleboy" (bis 1981) massgeblich geprägt habe.

Der Klassiker «Gipfelitunken» aus der TV-Show Teleboy

Der Klassiker «Gipfelitunken» aus der TV-Show Teleboy

Die Geschichte wird locker-flockig und bisweilen im Stile einer Kindersendung erzählt. Das kann man amüsant finden - oder nervtötend. Faszinierend sind jedoch die Interviews mit ehemaligen Musikern der DRS Big Band, die unter dem Dirigat von Hans Moeckel zum "Teleboy"-Inventar zählte.

Nicht nur für "Telebuben und -meitli"

Von "Sex, Drugs & Teleboy" ist zwar entgegen der Ankündigung nur am Rande die Rede. Doch wenn die Musiker über ihre Ziele und Arbeitsbedingungen sprechen sowie über ihre Zeit nach dem Aus der DRS Big Band, dürfte dies auch für Zuschauer interessant sein, die nicht zur Generation der "Telebuben und -meitli" zählen.

"Generation Teleboy" ist einer von vier Dok-Filmen im Rennen um den mit 20'000 Franken dotierten "Prix du Public". Mit dem Kassenschlager "More than Honey", dem Familienfilm "Clara und das Geheimnis der Bären" und faszinierenden neuen Spielfilmen wie "Verliebte Feinde" und "Cyanure" trifft er auf harte Konkurrenz.

Nacht der Nominationen mit Bundesrat

Der mit 60'000 Franken dotierte "Prix de Soleure" wird von einer Jury verliehen, der Alt Ständerat Dick Marty (FDP/TI), die Regisseurin Stéphanie Chuat ("La petite chambre") und die Autorin Michèle Roten angehören. Nominiert für den hochkarätigen Preis sind fünf lange Dokumentarfilme und zwei Spielfilme.

Die Preise der 48. Filmtage werden am Donnerstag zum Abschluss der diesjährigen Ausgabe verliehen. Bereits am Mittwoch findet in Solothurn die Nacht der Nominationen statt, an der die Anwärter auf den Schweizer Filmpreis bekannt gegeben werden. Zur Nacht der Nominationen wird auch Kulturminster Alain Berset erwartet.