Kino

Paul Walker letztmals auf der Leinwand: «Fast & Furious» wird ein Hit

Ein letztes Mal am Steuer: «Fast & Furious 7»-Hauptdarsteller Paul Walker verunglückte an einem drehfreien Tag im November 2013 tödlich. Der fertige Film ist ihm gewidmet. UNIVERSAL

Ein letztes Mal am Steuer: «Fast & Furious 7»-Hauptdarsteller Paul Walker verunglückte an einem drehfreien Tag im November 2013 tödlich. Der fertige Film ist ihm gewidmet. UNIVERSAL

Die «Fast & Furious»-Filme rasen von Erfolg zu Erfolg. Nach dem Kinohit siebten Teil bleibt nun die Erkenntnis: Selbst der Tod von Hauptdarsteller Paul Walker wird die beliebte Franchise so schnell nicht ausbremsen

Es war wie eine grausame Ironie des Schicksals: Paul Walker, der als Raser in den «Fast & Furious»-Filmen berühmt geworden war, verunglückte am 30. November 2013 als Beifahrer eines Autos, das mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs war, tödlich. Es war ein freier Tag während des Drehs von «Fast & Furious 7» gewesen. Die Produktion wurde in der Folge auf Eis gelegt, vier Monate später nahmen die Macher die Arbeit wieder auf – um den Film in Andacht an Walker fertigzustellen. 85 Prozent seiner Szenen waren bereits abgedreht gewesen, Körperdoubles und Computertricks erledigten den Rest. Der fertige Film ist nun selbstredend Walker gewidmet, und die Macher haben eine rührende Art gefunden, innerhalb der Filmhandlung von ihm Abschied zu nehmen. 

Fast & Furios 7

Fast & Furios 7

Paul Walkers letzter Kinoauftritt dürfte nun für ein erhöhtes Interesse am Film sorgen. Aber auch ohne den tragischen Vorfall wäre «Fast & Furious 7» ein garantierter Leinwandhit. Mit Gesamteinnahmen von fast zweieinhalb Milliarden US-Dollar ist die «Fast & Furious»-Serie die erfolgreichste Franchise von Filmstudio Universal überhaupt. Teil 1 war vor vierzehn Jahren ein Überraschungserfolg, der neben Walker auch Vin Diesel zu einem Star machte und das Fünffache seines Budgets einspielte. Die Folge war eine Fortsetzungsflut im Zwei- bis Dreijahrestakt mit kontinuierlich anwachsenden Einnahmen: Spielte Teil 1 weltweit noch 207 Millionen Dollar ein, schaffte es «Fast & Furious 6» (2013) zuletzt auf sagenhafte 789 Millionen.

Geschickter Richtungswechsel

Während Kinoserien wie «Transformers» und «Pirates of the Caribbean» zunehmend der Sprit ausgeht, bleibt «Fast & Furious» ungebremst auf der Erfolgsspur. Der Grund: Nach einem kurzzeitigen Kinokassen-Crash von Teil 3 («The Fast and the Furious: Tokyo Drift», 2006) vollzog Regisseur Justin Lin einen geschickten Richtungswechsel. Zunächst brachte er alle Darsteller des ersten Films wieder zusammen. Dann steuerte er die Franchise aus der Autonarrenecke hinaus und verwandelte die Raserserie zunehmend in eine Actionserie – womit sie ein viel grösseres Kinopublikum anspricht. Statt auf coole Felgen und Speedrekorde fokussierte Lin stärker auf Überfälle mit spektakulären Stunts und Explosionen. Und weil diese jeweils auf dem heissen Asphalt statt im kühlen Greenscreen-Studio entstehen, wirken sie im Kino umso authentischer, gefährlicher und aufregender.

«Fast & Furious 7» schaltet nun noch einen Gang höher. Justin Lin ist nach vier Filmen abgesprungen, um sich um den neuen «Star Trek» zu kümmern; sein Ersatz James Wan, eigentlich als Horrorspezialist («Saw», «Insidious») bekannt, steuert in die gleiche Richtung, gibt dabei aber kräftig Gas. Mit Jason Statham und dem thailändischen Kampfsportstar Tony Jaa (in seinem Hollywooddebüt) verfügt Wan über zwei neue Bösewichte, die komplett ohne Computerschummelei fulminante Nahkampf-Action bieten. Dazu inszeniert Wan mit einer etwa 15-minütigen Verfolgungssequenz entlang einer Hangstrasse die wohl atemberaubendste Szene der gesamten Franchise.

Der siebte Film fügt nahtlos an den Schluss von Teil sechs an: Nachdem das Team von Dom Torreto (Diesel) den Schurken Owen Shaw ausschalten konnte, sinnt dessen Bruder Deckard (Statham) nun auf Rache. Er greift direkt das Zuhause von Brian O’Connor (Walker) an, der mit Doms Schwester und ihrem gemeinsamen Kind lebt – und macht den Konflikt so auch für Dom zu einer persönlichen Angelegenheit. Das actionreiche Katz-und-Maus-Spiel führt Dom und seine Freunde via Tokyo und Abu Dhabi schliesslich zurück ins heimische Los Angeles.

Pures Adrenalin

Keine andere Actionserie setzt derart auf pures Adrenalin. Dieses Erfolgsmodell garantiert, dass die «Fast & Furious»-Franchise auch ohne Paul Walker auf der Erfolgsspur bleiben wird. Wer nach einem harten Arbeitstag keine Lust aufs Fitnesscenter hat, kann sich einfach «Fast & Furious 7» reinziehen. Danach fühlt man sich genau so aufgepumpt und voller Energie.

Fast & Furious 7 (USA 2015) 137 Min. Regie: James Wan. Mit Vin Diesel, Paul Walker, Michelle Rodriguez u.a. Ab Mittwoch im Kino.

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