80 Anmeldungen erhielt Katrin Grögel, Kulturbeauftragte der Stadt Basel, für die gestrige Informationsveranstaltung zum neuen Filmfördermodell, das ab dem 1. Januar 2016 in Kraft tritt. Dort informierte Grögel die Film- und Medienkunstschaffenden über die neue, 22-seitige Förderbestimmung.

Bis zum Ende dieses Jahres erhielt die hiesigen Filmszene jährlich 500 000 Franken und war mit diesem Betrag deutlich unterfördert. Im Vergleich: Bern lässt jährlich 3,2 Millionen Franken in seine Filmbranche fliessen. Im Frühjahr stimmte der Grosse Rat einem neuen Fördermodell zu, das ab dem 1. Januar insgesamt 2,7 Millionen der hiesigen Branche beisteuern will. Im Frühjahr war zwar noch die Rede von 2,75 Millionen Franken – diese wurden jedoch im Zuge der Sparmassnahmen des Kantons Basel-Landschaft wieder um 50 000 Franken gekürzt.

Grögel erklärt, dass neu keine Fotografie-Arbeiten im Förderbereich «Film und Medienkunst» unterstützt werden. Diese Beiträge übernimmt ab nun der Kunstkredit. Stattdessen werden digitale, computerbasierte Projekte, Fernsehproduktionen, Serien und die Auswertung finanziert.

Mentorenprogramm

Um auch den (jungen) Projektentwicklern und Drehbuch-Schreibenden unter die Arme zu greifen, haben die Kulturbeauftragten des Kantons das bestehende Mentoringprogramm aus der Literaturförderung übernommen. Dieses sieht vor, dass erfahrene Filmemacher als Mentoren in die Projekte eingebunden werden können.

Eine wichtige Neuerung ist auch die Einführung des Regionaleffekts. Ab einer Förderzusage von 30 000 Franken muss ebenso viel Geld wieder in die lokale Produktion zurückfliessen. Bei höheren Beiträgen gilt sogar der Regionaleffekt von 120 Prozent. Dahinter steckt die Idee, lokale Ressourcen zu nutzen, das Geld in die eigene Branche fliessen zu lassen und nicht in einem anderen Kanton oder Land auszugeben. Damit ist gemeint, dass beispielsweise lokale Schauspieler und Tontechniker im Projekt engagiert werden.

Die Beiträge werden neuerdings von zwei verschiedenen Fachgremien vergeben. Zum einen von der siebenköpfigen Fachausschuss-Jury, die 1,2 Millionen beisteuert, zum anderen von der fünfköpfigen Swisslos-Fonds-Jury, die 1,5 Millionen in Grossprojekte investiert. Letztere Jury wird neu folgendermassen besetzt: Christian Davi (Produzent), Marcel Gisler (Drehbuchautor und Regisseur), Thomas Kufus (Produzent), Michael Sennhauser (Fachredaktor Film) und Tania Stöcklin (Film-Editorin).

Das Fördermodell soll laut Grögel mindestens zwei, idealerweise fünf Jahre andauern, bevor eine erste Bilanz gezogen wird. Allfällige Änderungen im Kulturvertrag zwischen Stadt und Land werden keine Auswirkungen auf die Filmförderung haben, wie Katrin Grögel bestätigt. Dort bestehe kein Zusammenhang.