Ruefer erhielt nach dem EM-Final, den er für das Schweizer Fernsehen kommentiert hatte, über 200 Zuschriften. Hauptkritik: Ruefer habe die Spanier in der ersten Halbzeit zu hart kritisiert. «Ich habe mir den Match später nochmals angeschaut und muss zugeben, die Kritik war berechtigt. Ich hätte das Spiel der Spanier nicht als «Beamtenfussball» abtun dürfen», sagt Ruefer im Interview mit der Zeitung «Der Sonntag». Er entschuldigt sich damit, dass «auch wir Kommentatoren haben einmal einen schlechten Tag. Und meine erste Halbzeit des Spanien-Spiels war schlecht. Leider passierte es im Final.»

Co-Kommentator Hanspeter Latour vergleicht Ruefers Ausrutscher so: «Das ist, als ob man Picasso-Bilder als Geschmiere bezeichnet.»

«Ich polarisiere weniger»

Ruefer hat nicht nur den Match und seinen Kommentar nochmals analysiert, er hat auch alle negative Reaktionen beantwortet. «Ich weiss, dass ich polarisiere, wenn auch nicht mehr so heftig wie zu Anfangszeiten», sagt Ruefer.

Die beiden Kommentatoren sind sich auch nicht immer einig. Während Ruefer die von der Fifa geplante Einführung begrüsst, lanciert Hanspeter Latour einen anderen Vorschlag: «Jeder Trainer sollte einmal im Spiel die Gelegenheit haben, sich eine strittige Szene nochmals in der Wiederholung anzuschauen.» Stelle sich der Entscheid des Schiedsrichters als korrekt heraus, müsse der Trainer im nächsten Match auf die Möglichkeit zur Wiederholung verzichten.

Basel wird Meister

TV-Moderator Ruefer und der langjährige Fussballtrainer Hanspeter Latour sind heute wieder gemeinsam an der Arbeit. Sie kommentieren die erste Live-Übertragung der neuen Super-League-Saison. Einig sind sich die beiden, wer Meister wird: Der FC Basel. (rsn)