Als man ihm versuchshalber einen Job als Aufnahmeleiter angeboten habe, sei er gar beleidigt gewesen. "Ich fand dann gleich: 'Nein, nein, ich bin Regisseur'", erinnerte sich Gisler im Gespräch mit der "WOZ".

Heute könne er darüber schmunzeln, mit welcher Unverfrorenheit er, "der kleine Gay aus der Provinz", damals in Zürich aufgetreten sei. Nach dem kurzen Zwischenstopp in Zürich zog es den gebürtigen Altstätter (SG) bald nach Berlin.

Dort habe er seinen Lebensunterhalt mit einigen Tage Gelegenheitsjobs pro Monat verdienen können, "den Rest der Zeit konnte man Kunst machen oder herumhängen", sagte Gisler.

In seinem neuem Film "Rosie" steckt viel Autobiografisches. Er habe schon immer gewusst, dass er mal einen Film drehen wolle, in dem die Geschichte seiner Eltern eine wichtige Rolle spielt, sagte der Regisseur. So ist "Rosie" gemäss Gisler eine Art Porträt seiner verstorbenen Mutter geworden.

Gisler wuchs in "sehr einfachen Verhältnissen" auf. Seine Mutter stammte aus einer Bauernfamilie in Südtirol, sein Vater war in seiner Kindheit und Jugend ein Verdingbub. Er starb, als Gisler erst 19 Jahre alt war.