Ein überdurchschnittlich erfolgreicher Musiker - kein Superstar, aber doch ein bekannter Name - verdient hierzulande insgesamt etwa 1760 Franken pro Monat, wie Christoph Trummer vom Verein der Musikschaffenden Schweiz am Dienstag vor den Medien sagte. Auch in den USA zeige sich, das legale Downloads zu wenig einbrächten.

Die Kulturbranche ist derzeit daran, sich auf einheitliche Positionen im Kampf gegen die Internetpiraterie zu verständigen, was in Anbetracht der Unterschiede zwischen den Sparten schwierig ist. Ausserdem sehen viele Kulturschaffende durchaus die positiven Seiten des offenen Zugangs zu kulturellen Werken.

Der Schweizer Dokfilm "Bottled Life" über Nestlés fragwürdige Geschäfte mit dem Wasser, der illegal online gestellt wurde, erzielte im Internet über 100'000 Clicks, wie es in Solothurn hiess. Die Macher des aufklärerischen Films sind unschlüssig, ob sie sich darüber nun freuen oder ärgern sollen.

Konsumenten nicht kriminalisieren

Weitgehend Einigkeit besteht in der Schweizer Kulturbranche dahingehend, dass nicht die Konsumenten illegaler Angebote juristisch verfolgt werden sollen, sondern die Anbieter, wie Suisseculture-Geschäftsführer Hans Läubli sagte.

Der Verband Filmregie und Drehbuch Schweiz hat "Grundsätze zum Urheberrecht im digitalen Raum" ausgearbeitet. Er plädiert darin unter anderem für Strafen gegen Firmen, die auf Portalen mit illegalen Angeboten Werbung schalten. Zudem müsse der Zugang zu legalen Medienangeboten im Internet einfacher werden.

Veranstaltungsreihe zum Urheberrecht

Suisseculture ist an einer von Bundesrätin Simonetta Sommaruga eingesetzten Arbeitsgruppe zum Urheberrecht beteiligt und will ausserdem mit einer Veranstaltungsreihe den Dialog mit der Öffentlichkeit suchen. Von März bis September sind in Bern, Lausanne und Zürich vier Veranstaltungen zum Thema angesetzt.

Vor allem junge Leute sollen für die Problematik sensibilisiert werden, wie es hiess. Bisweilen werde "copyright" heute als "Recht der Kopierer" missverstanden, erklärte Trummer.