Für mehr als 600 Fernseh- und rund 150 Kinofilme stand der Berliner Schauspieler vor der Kamera - oder lieh seine markante Stimme Stars wie Walter Matthau, Peter Ustinov und Mel Brooks.

Seinen Geburtstag begeht er bei bester Gesundheit zusammen mit seiner Familie in Berlin, wie er sagt. Auch Sohn Benjamin und Tochter Rebecca sind Schauspieler und Synchronsprecher.

Die etwas älteren Fernsehzuschauern kennen Wolfgang Völz als schlitzohrigen Butler Johann aus der kultigen Vorabend-Serie "Graf Yoster gibt sich die Ehre" mit dem mittlerweile fast 103-jährigen Basler Lukas Ammann in der Hauptrolle. Die Jüngeren kennen Völz als Sir John aus den abgedrehten Edgar-Wallace-Persiflagen mit Bastian Pastewka und Oliver Kalkofe.

Stimme in Kinderfilmen

Vor allem aber wirkte Völz in Kinderfilmen mit. In Michael "Bully" Herbigs "Hui Buh" war er der versponnene Adelige Servatius Sebaldus. Neben Käpt'n Blaubär war er auch die Stimme des melancholischen See-Elefanten in den "Urmel"-Animationsfilmen und vom weisen Walross Sopho in "Der kleine Eisbär". Beim Synchronsprechen für die Erwachsenen-Filme mochte Völz den 2000 verstorbenen US-Schauspieler Walter Matthau am liebsten.

Völz wurde am 16. August 1930 in Danzig geboren, im selben Haus wie wenige Jahre vor ihm sein späterer Komiker-Kollege Eddi Arent. Schon als Kind spielte Völz gern Theater. Der Legende nach hat dann ein Regisseur, dem Völz als gelernter Bäcker Brötchen ins Hotel lieferte, sein Interesse für das Schauspielern wieder geweckt.

In Hannover nahm er Schauspielunterricht. Als Page in Schillers "Don Carlos" gab er 1950 am Landestheater Hannover sein Bühnendebüt.

Vom Kabarett ins Fernsehen

1954 schloss er sich dem Kabarettensemble "Stachelschweine" in Berlin an. In den 60er Jahren begann seine Fernsehkarriere. Mit Heinz Rühmann war er in "Charley's Tante" zu sehen, mit Martin Held spielte er in "Banktresor 713".

Im Science-Fiction-Klassiker "Raumpatrouille - Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion" trat Völz als Leutnant Mario de Monti an der Seite von Dietmar Schönherr auf. 1990 erhielt er das Bundesverdienstkreuz.