#SRFglobal
Gespräch unter der Ständerlampe: Das taugt das neue Auslandjournal von SRF

Beim neuen Auslandjournal #SRFglobal passt noch sehr wenig zusammen. Die Sendung mit Florian Inhauser scheint noch in der Brainstorming-Phase zu stecken.

Benno Tuchschmid
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Eine Lampe und warmes Licht: Florian Inhauser im #SRFglobal-Studio.

Eine Lampe und warmes Licht: Florian Inhauser im #SRFglobal-Studio.

Oscar Alessio/SRF

Wieso steht da diese gigantische Ständerlampe im Studio? Das ist eine, aber leider nicht die einzige Frage, die bei der Premiere des Auslandjournals #SRFglobal unbeantwortet bleibt. Die Lampe steht neben Florian Inhausers Pult und tüncht die Sendung in ein wohliges Licht, das eher in den Telefon-Talk «Nachtwach» als ins von vielen herbeigesehnte SRF-Ausland-Magazin passt.

Sie steht da, während Inhauser mit einer flippigen SRF Tasse vor sich und einer leicht überdrehten Neugierde in sich, in das Thema der Sendung einführt (Krisenland Türkei). Die Ständerlampe steht da und leuchtet und bringt das Problem der Sendung auf den Punkt: Nichts passt hier zusammen.

#SRFglobal sollte eine Lücke im Programm des Schweizer Fernsehens füllen. Endlich ein gebührendes Ausland-Journal für den gebührenfinanzierten Sender. Wenn das nicht Service Public ist, was dann? Nur: Erhalten hat die Deutschschweiz eine Sendung, die noch in der Brainstorming-Phase zu stecken scheint. Inhausers flapsiger Feierabend-Moderationsstil («halten wir uns schnell die Grösse der Türkei vor Augen, die wird nämlich oft unterschätzt») beisst sich mit der routinierten Seriosität der zugeschalteten Korrespondenten.

Die Stubenatmosphäre des Studios kontrastiert mit den grauenvollen, aber eindrücklichen Bildern von der syrisch-türkischen Grenze. Und die Ständerlampe aus dem Möbel-Discounter untergräbt das Unterfangen ein seriöses Auslandsjournal aufzubauen.

Nicht alles schlecht, aber vieles

Nicht, dass alles schlecht war bei der Premiere in der Nacht auf Mittwoch. Die zugeschalteten Korrespondenten waren auf der Höhe. Insbesondere Nahost-Korrespondent Pascal Weber mausert sich langsam aber sicher zum besten SRF-TV-Mann im Ausland. Die Grundbedingung für ein gutes Auslandjournal ist also erfüllt. Doch den gehaltvollen Inhalt mussten die Zuschauer mühsam aus dem teils schlechten Bild- und Tonmaterial rausfiltern. Aus Kostengründen produziert das SRF eine Sendung, die praktisch nur aus Journalisten-Interviews besteht, und diese werden teilweise über Skype geführt. Ein Auslandjournal mit Reportagen, wie der «Weltspiegel» auf ARD, ist nicht finanzierbar, heisst es.

Die kommenden Folgen (die nächste erscheint in vier Wochen) müssen klären, ob sich für die Zuschauer ein Auslandsjournal auf Sparflamme lohnt. Die erste Folge konnte den Beweis nicht antreten. Sie bewies einzig, dass Ständerlampen nichts in einem Nachrichtenstudio zu suchen haben.

So urteilten Zuschauer über die Sendung:

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