Filmtipp
Erschütterndes Kino über die Schweizer Ausschaffungspraxis

«Vol Spécial» von Fernand Melgar ist schwere Kost, die man sich auf gar keinen Fall entgehen lassen darf. Neun Monate porträtierte der in Tanger geborene Lausanner abgelehnte und «irreguläre» Migranten im Genfer Ausschaffungsgefängnis Frambois.

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Fernand Melgar lotet im zweiten Teil seiner Flüchtlingsodyssee (nach «La Forteresse») die unmenschlichen Bedingungen im Genfer Ausschaffungsgefängnis Frambois aus, einem Ort der letzten Hoffnung. Neun Monate porträtierte der in Tanger geborene Lausanner abgelehnte und «irreguläre» Migranten und dokumentiert deren ungewisse Zukunft um Verbleib oder Ausschaffung. Melgar weiss Distanz zu wahren; «Vol Spécial» illustriert die Konfrontation zwischen Personal und Insassen, fängt Demütigung und Verzweiflung der Migranten am Ende eines zermürbenden Migrationsparcours in beklemmenden Bilder ein. Ohne Zweifel: Melgar hält der humanitären Schweiz den Spiegel vor. Das Bild entpuppt sich als hässliche Fratze. (sza)
Vol Spécial von Fernand Melgar. 20. 1., 21.00 Uhr, Canva; 24. 1., 17.30 Uhr, Landhaus.

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