Haben Männer in schwarzen Anzügen ein Privatleben? Was verbirgt sich hinter den coolen Sonnenbrillen? Agent J (Will Smith) ist fassungslos: Seit 15 gemeinsamen Jahren in Diensten der Men in Black bleibt ihm sein schweigsamer Partner Agent K (Tommy Lee Jones) ein Rätsel. Es gibt Aliens mit mehr Persönlichkeit. Vielleicht bringt eine Zeitreise ins Jahr 1969 Licht ins Dunkel.

Im New York der Flowerpower-Ära stösst J allerdings auch auf den jungen K (Josh Brolin). Der steckt zwar schon im selben Anzug, ist aber im Vergleich zum älteren Ich deutlich redseliger. Nach ersten Kennenlernschwierigkeiten – K zwängt J in eine Betaversion des Neuralisators – läuft die Zusammenarbeit wie geschmiert.

Völlig neues Konzept

So einen Neuralisator wünschten sich anlässlich des ersten Sequels von 2002 auch die Fans. Man hätte schon die Erinnerung ausknipsen müssen, um in Teil 2 noch viel Neues zu entdecken. Das wiedervereinte Team um Regisseur Barry Sonnenfeld («Die Addams Family») hat daraus gelernt: Für die unerwartete Neuauflage «Men in Black 3» wurde das Konzept gründlich umgekrempelt.

Die grösste Überraschung ist sicherlich die Verpflichtung von Josh Brolin («No Country for Old Men») als Alter Ego des 21 Jahre älteren Tommy Lee Jones. Mit viel Make-up, falscher Nase und einem fast identisch zerknitterten Gesichtsausdruck ist sie gut gelungen.

Zu Besuch bei Andy Warhol

Das Arsenal von technischen Gadgets und Waffen ist zwar auch im Jahr 1969 unverändert riesig, glänzt jedoch im schicken Retro-Design. Gespart wurde an schleimigen Aliens, auch wenn man sich einen Besuch im China-Restaurant nach dem Film zweimal überlegen wird.

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Stattdessen konzentriert sich die Action ganz auf Boris, die menschliche Kakerlake: Jemaine Clements Erscheinung als bärtige Rockertype mit Klauen am ganzen Körper wirkt wahrlich furchterregend.

Zu den vor allem optischen Neuerungen gehören auch die noch extravaganteren Set-Designs. Höhepunkte bilden ein Besuch in Andy Warhols Factory und der Showdown auf dem Raketenstützpunkt Cape Canaveral. So schreiend bunt hat man ihn nicht in Erinnerung, aber deshalb wird das Agentenduo J und K die zeitgleich startende Mondmission von Apollo 11 sicher nicht verhindern.

Weniger Aliens, mehr Gefühl

In dieser Flut knalliger Oberflächenreize bleiben die Gags zuweilen auf der Strecke. Stattdessen entwickeln die Männer in Schwarz erstaunlich viel Gefühl. Dass die Melancholie überhandnimmt, brauchen Fans der Kultserie aber nicht zu befürchten. Mit Josh Brolin wird die kauzige Männerbeziehung neu aufgefrischt, und Will Smith bleibt selbst im Routinemodus ein Spassgarant. «Men in Black 3» kann zwangsläufig nicht so verblüffen wie das Original, bietet aber immer noch ordentliches Popcornkino mit viel Liebe zum Detail – und das in hervorragender 3D-Qualität.