Der «Prix de Soleure» wurde 2008 zum ersten Mal vergeben. Grundstock dafür liefert das Legat einer bis heute anonym gebliebenen Gönnerin der Solothurner Filmtage, die mit diesem Preis – der mit 60000 Franken übrigens der am höchsten Dotierte in der Schweizer Filmszene ist – einen Schweizer Dok- oder Spielfilm, der «durch ausgeprägten Humanismus überzeugt und diesen in eindrucksvoller Form filmisch darstellt» auszeichnen will.

«Das emotionale Moment» Teil der Bewertung

Eine jeweils dreiköpfige Jury begutachtet die dieses Jahr zehn nominierten Filme. Heuer konnte die Jury mit dem Regisseur Benjamin Heisenberg, dem Künstler San Keller und der Direktorin von Amnesty Schweiz, Manon Schick als Präsidentin prominent besetzt werden. Für San Keller, den aus Bern stammenden Künstler, ist es das erste Mal, dass er in einer Film-Jury mitarbeitet. «Ich freue mich auf die Arbeit, es ist eine neue Erfahrung», sagte er, kurz nach dem der erste Film begutachtet wurde.

Ihn reize es insbesondere, die Filme hinsichtlich des Aspektes, des Humanismus im Film, wie er als Auswahl-Kriterium verlangt wird. Er selbst habe den «Prix de Soleure» vorher nicht gekannt, jedoch den Gewinner-Film des vergangenen Jahres gesehen. Keller meint, zunächst seinen es formale Kriterien wie Strukturen, vorhandene Mittel eingesetzt, wie an ein Thema herangegangen werde, die wichtig seien. «Und natürlich ist auch das emotionale Moment Teil der Bewertung», sagt er.

Grosses Interesse am Dok-Film

Er selbst habe in seiner künstlerischen Arbeit das Medium Film vorwiegend zu dokumentatorischen Zwecken eingesetzt. Ihn interessiere vorwiegend der Dok-Film und dabei insbesondere die Frage, wieviel Fiction auch im Dok-Film eingesetzt werde. In den frühen 90-iger Jahren sei er regelmässig an die Solothurner Filmtage gekommen. «Jetzt geniesse ich es, einmal ausserhalb des Kunstbetriebes, in einem ganz anderen Bereich tätig zu sein.» Bisherige Preisträger des «Prix de Soleure» waren im letzten Jahr «Nel giardino dei suomi» von Nicola Belluci und 2009 «No more smoke signals» von Fanny Bräuning.

Nominiert sind in diesem Jahr die Spielfilme: «Satte Farben vor Schwarz» von Sophie Heldman; «La dernère fugue» von Léa Pool; «God No Say So» von Brigitte Uttar Kornetzky; «Stationspiraten» von Michael Schaerer; «All That Remains» von Pierre-Alain Irlé und Valentin Rotelli, sowie die Dok-Filme: «Cleveland contre Wall Street» von Jean-Stéphane Bron; «How About Love» von Stefan Haupt; «Die letzten Tage der Ceausescus» von Marcel Bächtiger; «Beyond This Place» von Kaleo La Belle; «Bouton» von Res Balzli.