Science-Fiction
Die fortgesetzten «Hunger Games» enttäuschen die hohen Erwartungen

«The Hunger Games» gehen in die zweite Runde. Am 21. November kommt der zweite Teil der «Tribute von Panem»-Trilogie ins Kino. An den ersten Erfolgsfilm reicht die Fortsetzung aber trotz oscarprämierter Hauptdarstellerin nicht heran.

Irene Widmer (SDA)
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Trotz Oscarpreisträgerin Jennifer Lawrence als Katniss Everdeen (Mitte): Die zweiten «The Hunger Games» sind langatmig.

Trotz Oscarpreisträgerin Jennifer Lawrence als Katniss Everdeen (Mitte): Die zweiten «The Hunger Games» sind langatmig.

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Im vergangenen Jahr spielte die Verfilmung des Erfolgsromans «The Hunger Games» weltweit über 900 Millionen Dollar ein. Zum Vergleich: Der erste Film der Vampir-Saga «Twilight» erreichte etwas mehr als 500 Millionen. Klar, dass direkt der zweite Teil her musste: «The Hunger Games – Catching Fire».

Weil es beim ersten Mal so gut geklappt hat, ändert sich an der Besetzung nichts Wesentliches: Woody Harrelson ist dabei als versoffener Mentor Haymitch, Donald Sutherland als eiskalter Präsident Snow, Lenny Kravitz als Modedesigner Cinna, Miley Cyrus’ Ex-Verlobter Liam Hemsworth als schöner Gale und Josh Hutcherson als loyaler Peeta. Und über ihnen allen thront Oscar-Preisträgerin Jennifer Lawrence («Silver Linings») in der Hauptrolle als Katniss Everdeen.

Die ist gerade siegreich von den Hungerspielen zurückgekehrt, diesen modernen Gladiatorenkämpfen, in denen Kinder und Jugendliche sich gegenseitig töten müssen. Gewonnen hat, wer als Letzter noch lebt. Weil Katniss und ihr Freund Peeta dieses Regelwerk aber ausser Kraft gesetzt haben und gemeinsam und lebend aus der Hölle zurückgekehrt sind, hat Präsident Snow sie ins Visier genommen.

Rebellion liegt in der Luft

Zum 75. Jahrestag der als buntes Spektakel gefeierten Spiele hat sich Spielleiter Plutarch Heavensbee (neu dabei: Philip Seymour Hoffman) etwas besonders Perfides einfallen lassen: Die Teilnehmer werden nicht, wie sonst üblich, aus dem relativ grossen Kreis der Kinder und Jugendlichen aus den Distrikten eins bis zwölf ausgelost – sondern aus dem kleinen Kreis der Sieger. Will heissen: Katniss muss zurück in die Arena – und Peeta folgt ihr ergeben.

Was dann kommt, ist aus Teil eins weitgehend bekannt: Auftritte in der absurden Fernseh-Show von Caeser Flickerman (diabolisch: Stanley Tucci), Schaulaufen der Armen in der reichen, blitzenden und blinkenden Hauptstadt – und eine brutale, eine tödliche Arena.

Nebenbei bricht auch ausserhalb dieses Höllendoms die Hölle los. Denn das Aufbegehren von Katniss und Peeta hat beim gebeutelten Volk in den Distrikten von Panem Hoffnung geweckt. Rebellion liegt in der Luft.

Langweilig und unentschlossen

Auch wenn die Geschichte so eine neue Ebene bekommt – immer wieder schleichen sich bei der Fortsetzung Déjà-vu-Erlebnisse ein, an denen auch die tadellose Leistung des Schauspiel-Ensembles nicht viel ändern kann.

Die 146 Filmminuten wirken arg lang. Das liegt zum einen natürlich an der Buchvorlage, welche die Geschichte von Band zwei sehr an den ersten Band anlehnt – zum anderen aber auch daran, dass der Film trotz seiner Länge Nebenstränge vernachlässigt. Die Liebe zum Beispiel: Katniss Everdeen steht zwischen zwei schönen jungen Männern. Gale will sie, Peeta auch – nur was sie selbst will, das weiss die sonst so gradlinige junge Frau nicht. Ein bisschen Knutscherei hier, ein bisschen Kuscheln da. Was sich in Katniss’ Kopf und Herz abspielt, bleibt ihre Sache.

Auch was in den einzelnen Distrikten passiert, spielt nur am Rande eine Rolle. Aber dafür gibt es ja noch Teil drei der Buchvorlage, der zweigeteilt wird und 2014 und 2015 in die Kinos kommt.

The Hunger Games – Catching Fire, USA 2013, 146 Min., R: Francis Lawrence.

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