Schweizer Fernsehen

Der Bestatter Mike Müller: «Ich hätte Plausch, weiterzumachen»

Mike Müller als «Bestatter»

Mike Müller als «Bestatter»

Hauptdarsteller Mike Müller findet selber, «Der Bestatter» ist ein Erfolg. 100'000 Leute haben die ersten drei Teile per Internet gesehen – ein Rekord für das Schweizer Fernsehen. Ob die Serie weitergeht, entscheidet SRF frühestens in einigen Wochen.

Mike Müller redet gerne über „den Bestatter". Dieses Gefühl bekommt man zumindest am Telefon mit dem Schauspieler. „Ja", bestätigt er, „die Reaktionen sind vorwiegend positiv." Und dann fügt er gleich an: „Aber das muss man als Schauspieler mit Vorsicht geniessen, denn die Leute kommen eher mit einem positiven als mit einem negativen Feedback." Auch beim Schweizer Fernsehen registriert man vor allem ein positives Echo. Zuschauerzahlen gibt es zwar nach wie vor nicht. Aber man weiss, dass über 100'000 Leute die ersten drei Teile im Internet angeschaut haben. „Das ist Rekord für ein fiktionales Format", sagt SRF-Mediensprecher Martin Reichlin. Auch die Aktivitäten auf social Medias wie Twitter während der Sendung und die Reaktionen nach den Ausstrahlungen seien mehrheitlich sehr positiv gewesen, sagt Reichlin.

Bilanz der TV-Krimi-Serie «Der Bestatter»

Bilanz der TV-Krimi-Serie «Der Bestatter»

Wie es weitergeht mit der Serie ist unklar. SRF will die Ergebnisse auswerten und dann über eine Fortsetzung entscheiden. Vier Punkte seien wichtig dafür, sagt Reichlin. Erstens die Quote, zweitens die Zuschauerfeedbacks, drittens die interne Qualitätsanalyse und viertens die Finanzierungsmöglichkeit weiterer Folgen.

Sind Sie stolz auf den „Bestatter", Herr Müller?

Mike Müller: Stolz ist schwierig in unserem Beruf... Ich nehms als Zeichen für Erfolg. Erfolg bedeutet: Man kann weiterarbeiten. Zahlen sind aber nicht der einzige Massstab - nicht einmal bei SRF selber. Wichtiger ist, ob man die qualitativen Ziele erreicht hat, die man sich gesteckt hat.

Und sind sie erreicht?

Es geht stark in diese Richtung... Aber ich bin vorsichtig, weil man das eine oder andere sicher noch verbessern könnte.

Zum Beispiel?

Treffen wir den Ton? Stimmt die Beziehung zwischen dem Bestatter und der Kommissarin? Die Reaktionen sind da unterschiedlich.

100'000 Leute haben die ersten drei Teile per Internet geschaut, bis ein Film im Kino nur schon 10'000 Eintritte verbucht, braucht es viel. Das ist gewaltige Diskrepanz, finden Sie nicht auch?

Das liegt an den unterschiedlichen Medien. Aber auch an der Entwicklung der Hardware. Für 1000 Franken bekommt man eine riesigen Fernseher, oder einen Super-Beamer und der Download beim Fernsehen ist zudem legal und verursacht keine Mehrkosten. Dagegen hat es das Kino schwer. Dass Downloads fürs Fernsehen wichtig sind, hat zum Glück seiner oberster Chef, Roger de Weck, begriffen.

Sie spielen trotz Fernseherfolg vieles Andere und Unterschiedliche: Theater, Fernsehen, Filme, Ernstes und Lustiges. Haben Sie keine Angst jetzt „der Bestatter" zu sein?

Ich spiele gerne verschiedene Genres, eigentlich ist es ja mein Beruf Verschiedenes zu machen. Und zudem hat sich der Stellenwert des Seriendarstellers erhöht. Vor einigen Jahren war man als Seriendarsteller der Paria unter den Schauspielern. Aber mit den Serien aus den USA dem Serienhimmel - und aus Skandinavien hat sich das geändert.

Würden Sie den „Bestatter" gerne weiter spielen?

Ich hätte den Plausch.

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