Es gibt Weniges an der ersten Folge ("Todesspender") der zweiten "Bestatter"-Staffel, das einem unzufrieden lässt. Eines davon ist der Schluss, ein klassischer Cliffhanger, also eine erwünschte Unzufriedenheit. Leonie Lauener wird zu Grabe getragen, offensichtlich wurde sie ein Opfer Ihrer Nachforschungen über den Tod ihres Vaters Max (ein Textilfabrikant), der illegal und für viel Geld zu einer gespendeten Niere gekommen ist.

Der dritte Tote, ist eigentlich der erste Tote der Folge. In der ersten, kunstvollen Einstellung schleppt der sich durch die Aarauer Unterwelt, die historischen Meyerschen Stollen ist anzunehmen, gesundheitlich angeschlagen. Ein dramatischer Auftakt. Zwar schafft ers noch raus aus dem Stollen, doch am Ufer der Aare stirbt er. Viel Arbeit also für den Bestatter Luc Conrad (Mike Müller). Gleich drei "Kunden". "Heute läuft das Geschäft", sagt er mit schwarzem Humor, der immer wieder durchblitzt – wie in der ersten Staffel. Wichtiger Bestandteil der Serie.


Eher weniger geglückt schien die Rolle der Tochter Leonie, die zum Begräbnis ihres Vaters Max angereist ist. Ihr Interesse am lebenden Vater Max war eher gering, dafür entwickelt sie ein umso grösseres Interesse an dessen Leiche. Dass da mit der Spenderniere wohl etwas krumm gelaufen war, schien sie eher zu faszinieren als zu erschrecken. Emotionslos wohnt sie der Obduktion der Leiche bei, und entwickelt dabei detektivisches Interesse. Fast scheint es so, also wollte sie mit Lust den Ruf ihres Vaters und ihres Onkels (gespielt von Mathias Gnädinger) schädigen. Dies wirkte konstruiert und war zu wenig nachvollziehbar.

Gut eingeführt hat sich hingegen der herbeigerufene Bundespolizist Pedro Lambert (Carlos Leal), der welschen Charme versprüht, aber gleich übereifrig Unheil stiftet. Indirekt macht er sich an Leonies Tod mitschuldig. Er instrumentalisiert sie für die Aufklärung der mysteriösen Organspende, ähnlich wie der Bestatter selbst. Konflikte zwischen diesen beiden Protagonisten sind absehbar. Beide offenbaren ihre Schattenseiten im Bestreben, Gutes zu tun.

Ist der Bruder von Max Lauener in den internationalen Organhandel involviert? Wie ist der fremde Organspender in diese ausweglose Situation geraten? Woher kommt er, weshalb ist er in Aarau? Wer hat Leonie Lauener ermordet? Die Geschichtsstränge für die nächsten Folgen sind geschickt gelegt, man will ihnen so schnell wie möglich folgen. Man wartet ungeduldig auf den nächsten Dienstag, der Start in die zweite Staffel ist geglückt.