2014 ist Daniela Lager 50 Jahre alt geworden. Ein runder Geburtstag, den sie nicht gern gefeiert habe, wie sie gegenüber Moderator und Berufskollege Markus Gilli gesteht. 

Und doch war es ein wichtiger Tag. «Erst ab 45 habe ich gemerkt, dass ich tatsächlich älter werde. Und mit 50 habe ich mich dann gefragt, was ich eigentlich noch will, bevor ich pensioniert werde.»

Weg aus dem Studio, war die Antwort. Daniela Lager hatte im Sommer angekündigt, dass sie als «10vor10»-Moderatorin abtreten will.

Jetzt war es soweit: Am 21. Dezember hat sie ihre letzte Sendung moderiert. Nach 13 Jahren.

«Ich kann jetzt wieder ruhig schlafen»: So verabschiedete sich Daniela Lager in ihrer letzten Sendung.

«Ich kann jetzt wieder ruhig schlafen»: So verabschiedete sich Daniela Lager in ihrer letzten Sendung.

Und so wurde sie vom SRF gewürdigt.

13 Jahre sind eine lange Zeit. Das hat auch Daniela Lager gemerkt. Allen ihren bisherigen Jobs – etwa beim «Radio Munot» oder bei «Tele Züri» – blieb sie lange treu.

«Aber so lange war ich noch nie am gleichen Ort. Vor ein, zwei Jahren habe ich gemerkt, dass ich meine Dienste nicht mehr so mit dem gleichen Prickeln angehe.» Eine Routine habe sich eingeschlichen, «es war nicht mehr die gleiche Begeisterung».

Aus dem Archiv: Die ersten Minuten der «ZüriNews» auf Tele Züri vom 4.Oktober 1995 mit Daniela Lager.

Aus dem Archiv: Die ersten Minuten der «ZüriNews» auf Tele Züri vom 4.Oktober 1995 mit Daniela Lager.

«Man läuft wie auf Schienen»

Zudem: Ein Moderationsdienst sei total durchstrukturiert. «Man läuft wie auf Schienen.» Deshalb sei für sie klar: «Ich will noch einmal raus.» Sie wird Leiterin und Moderatorin der Sendung «Persönlich» bei Radio SRF 1

Überwiegt jetzt die Melancholie oder die Vorfreude? «Es ist Erleichterung», sagt Daniela Lager. Immer wieder sei sie im letzten halben Jahr gefragt worden, wie lange sie denn noch im Studio stehe. «Und irgendwann ist genug. Jetzt ist es vorbei, jetzt kommt Neues.»

«Gutenachtgeschichten vorlesen können auch andere»

Und nicht zuletzt: Mehr Zeit für die Familie. Lager ist verheiratet und hat zwei Kinder, inzwischen 11 und 13 Jahre alt. Früher sei es einfacher gewesen, als Mutter abends häufig weg zu sein. «Gutenachtgeschichten vorlesen können auch andere.»

Anders jetzt, wo die Kinder im Teenageralter seien. «Wenn ich von diesen Kindern etwas will, muss ich am Abend zuhause sein. In dieser Zeit hat man die Chance, Kontakt aufzunehmen.»

Und: «Ich habe so viel verpasst.» Nicht nur Schulaufführungen, auch Geburtstage und andere Einladungen. 

Viele gab es nicht, aber Tele Züri fand immerhin diese Moderations-Pannen mit Daniela Lager im SRF-Archiv.

Viele gab es nicht, aber Tele Züri fand immerhin diese Moderations-Pannen mit Daniela Lager im SRF-Archiv.

«Ich hoffe, man vergisst, was ich gemacht habe»

Ihr Privatleben wusste Daniela Lager immer zu schützen. «Wenn du nicht willst, dass man dein Privatleben aufdeckt, dann musst du den roten Teppich meiden», so ihre Devise.

Von Montag bis Freitag sei sie jeden Abend im Studio gestanden. «Das war eine grosse Dosis an Öffentlichkeit, das habe ich nicht mehr gebraucht.»

Im Gegenteil: «Ich freue mich auf die Zeit, die jetzt kommt. In der Hoffnung, dass man irgendwann vergisst, was ich gemacht habe, und mir die Chance gibt, auch Privatperson zu sein.» (smo)