Film - Zensur

Chinesen sind über zensierten James-Bond-Film empört

Bond-Darsteller David Craig (Archiv)

Bond-Darsteller David Craig (Archiv)

Zahlreiche Chinesen haben ihrem Ärger über die zensierte Version des jüngsten James-Bond-Films «Skyfall» Luft gemacht. «Das ist nervig, es ist jedes Mal das gleiche», kritisierte ein Internetnutzer in einem chinesischen Mikroblog.

"Wir haben so lange auf diesen Film gewartet, und jetzt ist überall daran herumgeschnitten worden", fügte er hinzu. Während "Skyfall" in den meisten Kinos weltweit im Herbst anlief, verschoben die chinesischen Behörden den Filmstart auf 2013. Am Montag nun erschien die an mehreren Stellen modifizierte Version.

Der Zensur zum Opfer fiel beispielsweise die Szene, in der ein französischer Profikiller einen chinesischen Wachmann in einem Wolkenkratzer in Shanghai tötet. "Haben sie Angst vor einem Nachahmungseffekt?", fragte ein Zuschauerin. Wenn solche Szenen weggeschnitten würden, solle der Film nicht importiert werden.

Skyfall: Der Trailer zum neuen Bond-Streifen

Der Trailer zum neuen Bond-Streifen Skyfall

Von Zensur betroffen sind zudem die Dialoge; die chinesischen Untertitel entsprechen oft nicht dem echten Text. Beseitigt wurde auch eine Anspielung Bonds über Prostitution in Macao sowie ein Bericht des von Javier Bardem gespielten Film-Bösewichts über Folter durch chinesische Einsatzkräfte.

Intransparent

Die Zensurregeln in China sind undurchsichtig. Wenn ein Film nicht ein besonders schmeichelndes Bild des chinesischen Volkes zeigt, ist es selten, dass dieser die Prüfung durch die mächtige Radio-, Kino- und Fernsehaufsichtsbehörde unbeschadet übersteht.

Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete am Dienstag von Forderungen nach Reformen des Systems der Filmkontrolle in China. Der Bericht machte deutlich, dass Kritik an der Zensur inzwischen auch in der staatlichen Presse kein Tabu mehr ist.

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