Hollywood

Brad Pitt: Ein Sexsymbol wird heute 50 Jahre alt

Geburtstag Unglaublich, aber wahr: Der angeblich schönste Mann der Welt altert im Superzeitlupentempo. Was wünschen wir einem, der schon alles hat?

Beginnen wir bei seinem Beruf. Interessanterweise gehört William Bradley Pitt zu den grössten Filmstars seiner Generation, und doch hat er in erstaunlich wenigen wirklich erfolgreichen Filmen («Ocean’s Eleven», «Mr. and Mrs. Smith», «Seven», «Fight Club») mitgespielt. Trotzdem ist Pitt aus dem Gegenwartskino nicht wegzudenken.

Sein Name bürgt dafür, dass selbst riskante Projekte in Hollywood möglich gemacht werden. Und keiner geht mit dieser Macht so kreativ um wie er. Die Wahl seiner Rollen fusst weder auf eiskalten Karriereentscheiden noch auf blossem Selbst-Amüsement hinter Rollen mit infantilen Maskeraden. Pitt ist abwechselnd zynischer Auftragskiller, abgewrackter Antiheld und brüchiger Vater.

Und dennoch ist Pitt für die meisten Zeitgenossen seit Jahren bloss eine Kreatur aus den Klatschspalten. Was an seiner Partnerin liegt. Seit 2005 ist er mit Angelina Jolie zusammen, der Ungezähmten, Zügellosen, Selbstbestimmten. Hollywood erschuf für das glamouröse Paar gar einen Nicknamen: Brangelina. Dieser recht unschöne Begriff vermag nicht zusammenzufassen, was uns an diesem Paar so fasziniert: Beide sind der Inbegriff dessen, was wir alle suchen: Symmetrie. Perfektion. Idealität.

Laut Forschern von der Universität of Nebraska erzielte das Gesicht von Brad Pitt mit 9,3 Punkten den bisherigen Highscore in Sachen Symmetrie. Angelina Jolie liegt mit 7,67 Punkten immer noch über dem Durchschnitt, der zwischen 4 und 6 liegt. Diese Symmetrie spiegelt sozusagen das genetische Material wider. Je symmetrischer, desto besser und robuster die Verbindung. In Brangelina haben sich also zwei gefunden, die in jeder Hinsicht gleichwertig sind: gleich schön, gleich reich, gleich alterslos.

Homo-Ehe und alkoholfreies Bier

Eine Hochzeit soll bald anstehen. Doch die Frau, die aus dem Käfig der Konventionen ausbrach, ist nicht mehr die wilde Frau mit Selbstmordfantasien, Blutampullen und eintätowierten bengalischen Tigern. Sie ist Adoptions-Angelina statt Tiger-Angelina. Auch Brad ist nicht mehr der heisse, junge, anarchistische Womanizer.

Der Vorzeigevater spricht über die Metaphysik des Windelwechselns, engagiert sich für die Homo-Ehe und trinkt alkoholfreies Bier. Womöglich weiss Brad, dass seine Frau nicht mehr die ist, die er einst kennen lernte. Da hebt sich Brad Pitt ab von all den armen Tröpfen, die sich einst etwas wunderbares Wildes eingefangen haben, das nach der Hochzeit nur noch wild wird, wenn die Zahnpastatube von der falschen Seite her ausgedrückt wird.

Mit dem 50. Geburtstag, heisst es, kommt die Jung’sche Bilanz. Ist alles noch möglich? Oder alles vorbei? Vielleicht besinnt sich Brad auf Ersteres. Und geht nicht zu seiner eigenen Hochzeit, wie auch die Kumpels Matt Damon, George Clooney und Quentin Tarantino, welche Angelina bereits auslud, weil sie zu tief ins Bierglas gucken. Genau: Wir wünschen Brad eine kleine, letzte Rebellion. Denn nichts ist langweiliger als ein gezähmter Nonkonformist.

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