Im kommenden Frühjahr ist die Schweizer Sportmoderatorenlegende Bernard Thurnheer in einer neuen Fernsehsendung zu sehen. Ab dem 6. Februar 2011 präsentiert er das nach ihm benannte Format «Einer wie Beni».

In dem siebenteiligen Casting-Show sucht und testet der 61-jährige Winterthurer «neue Sportmoderationstalente». «Die Sendung soll zeigen, was es alles braucht, um Sportanlässe kommentieren und moderieren zu können. Wer im Internet-Zeitalter glaubt, mit dem Auswendiglernen von Sportresultaten weit zu kommen, liegt falsch», sagt Thurnheer. «Wir achten auf die Sprache, auf das Sportfachwissen und darauf, wie man sich in ungewohnten und spontanen Situationen verhält.»

Der Sieger von »Einer wie Beni» gewinnt einen Vertrag als Kommentator und Moderator - allerdings nicht beim Schweizer Fernsehen (SF), sondern beim Schweizer Sportfernsehen (SSF). Bei dem kleinen Spartenkanal wird die neue Thurnheer-Casting-Show denn auch ausgestrahlt.

Ohne Thurnheer keine Show

Claudia Lässer, Co-Moderarotorin der Sendung und Programmleiterin des SSF, sagt, ihr sei von Anfang an klar gewesen, «dass das Aushängeschild einer solchen Show Beni Thurnheer sein muss.»

Dass Thurnheer überhaupt im Schweizer Sportfernsehen auftreten darf, ist jedoch keine Selbstverständlichkeit. Das Schweizer Fernsehen erlaubt seinen Mitarbeitern normalerweise nicht, Jobs bei anderen TV-Sendern anzunehmen.

So verhinderten die Verantwortlichen im Leutschenbach vor zwei Jahren, dass der SF-Moderator Roman Kilchsperger eine Sendung beim deutschen Privatsender Sat.1 präsentiert. «Wenn Roman Kilchsperger erscheint, soll der Zuschauer wissen, dass er nun bei SF fernsieht«, begründete Unterhaltungschefin Gabriela Amgarten damals das Veto.

Bewilligungspraxis gelockert

Für Beni Thurnheer wurde die restriktive Bewilligungspraxis für Nebenbeschäftigungen nun gelockert. Dies bestätigt SF-Sprecher Marco Meroni auf Anfrage von aargauerzeitung.ch. «Das Schweizer Fernsehen pflegt mit SSF eine gute Partnerschaft. Im Sinne einer Ausnahmeregelung wurde das Engagement von Beni Thurnheer für die neue Sendung bewilligt», sagt Meroni.

Auch beim kleinen Schweizer Sportfernsehen verweist man auf die «gute Zusammenarbeit» mit dem grossen Schweizer Fernsehen. «Die Kooperation mit SF ist hervorragend. Wir ergänzen uns ideal», erklärt der Verwaltungsratsdelegierte Pascal Jenny. «Beni ist ein Glücksfall für das Schweizer Sportfernsehen und den Schweizer Sport.»

Jenny erhofft sich dank dem bekannten TV-Star aber auch einen positiven Effekt auf die eigenen Zuschauerzahlen. «Von Beni Thurnheer erwarten wir eine breite Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Das Schweizer Sportfernsehen soll über das neue Programm-Highlight bekannter werden und sich beim etwas weniger versierten Sport-Publikum etablieren», so Jenny.

Weitere Infos: www.einerwiebeni.ch