Romantic Fantasy

Auf die Vampir-Romanze folgt die Hexen-Schnulze

Lena (Alice Englert) muss sich zwischen Ethan (Alden Ehrenreich) und dem Hexendasein entscheiden. HO

Lena (Alice Englert) muss sich zwischen Ethan (Alden Ehrenreich) und dem Hexendasein entscheiden. HO

In «Beautiful Creatures» verliebt sich die junge Lena in den etwas langweiligen Normalo Ethan. Statt um Vampire geht es um Hexen und im Zentrum steht der Glaube an die eine Liebe, die alle Grenzen überwindet. «Twilight» lässt grüssen.

Kein halbes Jahr ist es her, dass sich Bella und Edward mit ihrem zweiten «Bis(s) zum Ende der Nacht» von der Leinwand verabschiedet haben. Längst drängen mögliche Kandidaten für eine «Twilight»-Nachfolge in die Kinos. Jonathan Levines romantische Zombiekomödie «Warm Bodies» beispielsweise hätte filmisch das Zeug dazu.

(Quelle: youtube/vipmagazin)

Trailer zu «Beautiful Creatures»

Für schmachtende Teenies ist der Streifen aber wohl zu lustig, und sabbernde Untote sind auf Dauer auch ziemlich abtörnend. Schon eher könnte es jetzt der Bestsellerverfilmung «Beautiful Creatures» gelingen, in die Fussstapfen der Vampirsaga zu treten. Auch wenn man dies offiziell gar nicht versucht und lieber die Besonderheiten des vom Autorinnenduo Kami Garcia und Margaret Stohl geschaffenen Romantic-Fantasy-Universums herausstreicht. Die Gemeinsamkeiten aber überwiegen.

Ungleiches Liebespaar

Erneut verliebt sich ein ganz normaler Highschoolteenager in einer US-Kleinstadt in einen übernatürlichen Altersgenossen. Garcia und Stohl verlagern das Geschehen von den Nord- in die Südstaaten. Sie vertauschen die Geschlechterrollen, statt um Vampire geht es um Hexen. Im Zentrum aber steht hier wie da der Glaube an die eine Liebe, die alle Grenzen überwindet. Ethan, der jugendliche Held, weigert sich, zu akzeptieren, dass er seine neue, hübsche, mysteriöse Mitschülerin Lena nicht lieben darf, bloss weil ein Fluch auf ihr lastet.

«Eine unsterbliche Liebe» lautet der vielsagende deutsche Untertitel von Roman und Film. Und eine solche Liebe findet immer einen Weg. Mindestens vier Filme hat sie Zeit dafür. Auf so viele Bände nämlich sind die «Caster Chronicles» von Garcia und Stohl angelegt.

In der Verfilmung des ersten Bandes begegnen sich Ethan und Lena zum ersten Mal. Im Traum aber ist ihm das dunkelhaarige Mädchen schon früher erschienen. Und wie im Traum zieht sie ihn mit ihrer rätselhaften Aura schnell in ihren Bann. Sie ist so ganz anders als ihre gackernden, lästernden Mitschülerinnen. Still, ernst und unangepasst. Anstatt für Make-up begeistert sie sich für Bukowski-Gedichte.

Bibelfeste Mustermenschen

Regisseur Richard LaGravenese («P. S. I Love You») inszeniert das Südstaatenkaff Gatlin als einen Hort bibelfester Mustermenschen, der wie ein Mix aus «Pleasentville» und Bomont («Footloose») anmutet. Dass Ethan sich nichts sehnlicher wünscht, als so schnell wie möglich rauszukommen, verwundert nicht. Irritierend ist jedoch, dass die klaustrophobische Atmosphäre den Film gefangen hält.

LaGraveneses märchenhaft-surreale Bilderwelten hinterlassen einen merkwürdig leblosen Eindruck. Die überzeichneten Charaktere würden sich zur Verfilmung eines Roald-Dahl-Kinderbuchs eignen, in einer fantastischen Teenagerromanze wirken sie eher deplatziert.

An ihrem 16. Geburtstag muss sich Lena zwischen Gut und Böse entscheiden. Ein uralter Familienfluch zwingt sie dazu, ihre Liebe zu Ethan aufzugeben. Würden Gut und Böse nicht von Jeremy Irons und Emma Thompson verkörpert und gäbe es zwischendurch nicht einige beachtliche Kinoeffekte zu bestaunen, man könnte fast meinen, man befinde sich im Pilotfilm einer vierzigteiligen Fantasytelenovela.

Beautiful Creatures, (USA, 2013) 124 Min. Regie: Richard LaGravenese. Mit Emma Thompson, Jeremy Irons, Alice Englert, Alden Ehrenreich u. a.

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