«Die grössten Schweizer Talente»

Anna Maier: «Ich hatte nicht das Gefühl, sehr lange weg zu sein»

Anna Maier (34) ist die neue Co-Moderatorin an der Seite von Sven Epiney bei der Casting-Show «Die grössten Schweizer Talente» des Schweizer Fernsehens. Dass sie kürzlich als «Newcomerin» bezeichnet wurde, amüsiert sie.

Frau Maier, viereinhalb Jahre nach «Eiger, Mönch & Maier» sind Sie ab morgen Abend bei «Die grössten Schweizer Talente» wieder in einer Hauptabend-Show des Schweizer Fernsehens zu sehen. Was bedeutet das für Sie?

Anna Maier: Da ich 2008 noch die «Mister Schweiz»-Wahl präsentiert hatte und seither bei DRS 3 Radio mache, hatte ich nicht so das Gefühl, sehr lange «weg» zu sein. So empfinde ich «Die grössten Schweizer Talente» nun auch nicht als grosses Comeback. Speziell, als ich las, dass ich als «Newcomerin» betitelt wurde, musste ich lachen. Wie schnell gerät man in Vergessenheit! Umso mehr freue ich mich, mit einer solchen Sendung zum SF zurückzukehren. Es ist die ganz grosse Bühne und ein Format, das ich noch nie gemacht habe.

Sie werden vom Quiz-Montag auf den Mittwoch und Samstag befördert ...

... klingt schön, stimmt so aber nicht, da ich auch früher schon fürs Schweizer Fernsehen Samstagabend-Galas moderiert habe. Aber ja, es ist eine Ehre, mit dieser Moderation betraut zu werden, vor allem, weil ich nicht damit gerechnet und mich auch nicht beworben habe. Ich war gerade dabei, mein zweites Kind zu bekommen, als die Anfrage kam. Im Moment war ich etwas überfordert, aber als ich es mir überlegt habe, sagte ich zu.

Hat Ihr Ehemann Sie ermuntert?

Ja, er sagte, ich solle es mir doch in Ruhe durch den Kopf gehen lassen, nicht, dass ich es später bereuen würde. Zumal ich die erste Staffel immer mit meiner zehnjährigen Tochter Lena angeschaut und mich dabei bestens unterhalten hatte. Ich war überrascht, welch aussergewöhnliche Talente vorhanden waren und wie hochwertig die Produktion war. Es war erfrischend und für mich völlig neu, dass Schweizer so selbstverständlich hinstehen und zeigen, was sie können. Das ist ja normalerweise nicht unsere Mentalität.

Welche Rolle spielt es, dass die Show nicht nur für musikalische Talente offen ist?

Gesang berührt nach wie vor sehr stark, aber für den Unterhaltungswert ist es ein Gewinn, dass auch andere Talente zum Vorschein kommen, von denen ich nicht einmal wusste, dass es sie gibt. Da kommen Leute auf die Bühne, die wie ein Vogel zwitschern, mit Peitschen Kunststücke vorführen oder ein Kuhfladen-Lotto vormachen.

Wie wollen Sie Ihre Rolle als Co-Moderatorin interpretieren?

Das habe ich mir im Vorfeld gar nicht überlegt. Das ist eine Sendung, in der man extrem auf sein Bauchgefühl hören, spontan reagieren und sich selbst bleiben muss. Wir haben an 10 Tagen 12 Stunden pro Tag gearbeitet, um die vielen Bewerber anzusehen und die Halbfinalisten heraus-zufiltern. Da muss man sehr präsent sein und ständig zwischen Kandidaten-Interviews und Moderationen hin und her rennen. Und das ist eine besondere Herausforderung, wenn man hohe Schuhe tragen muss, weil der Co-Moderator viel grösser ist! (Lacht.) Ich hatte schon vom ersten Tag an Blasen an den Füssen ...

Welche Erfahrungen haben Sie sonst noch mit Sven Epiney, dem meistbeschäftigten Schweizer Fernsehmoderator, gemacht?

Sven ist für mich ein Unikum. Er steht hin und die Worte sprudeln aus ihm heraus. Am Anfang ist das gewöhnungsbedürftig, wenn man danebensteht und etwas in diesen Fluss einfliessen lassen möchte. Da ich nicht das Gefühl hatte, ihn beim Reden übertrumpfen zu müssen, habe ich mich vor allem um die Kandidaten gekümmert: Ich habe mit ihnen geredet, war für sie da, machte ihnen vor dem Auftritt Mut und habe sie nachher wenn nötig aufgefangen. Mittlerweile habe ich das Gefühl, Sven und ich würden schon ewig miteinander moderieren. Wir harmonieren schon wie ein altes Ehepaar.

Bald wird Sie auf der Strasse wieder jeder erkennen. Ist es auch eine Belastung, populär zu sein?

Ich arbeite seit 16 Jahren im Medienbusiness und mache schon sehr lange Fernsehen. Deshalb kann ich relativ gut abschätzen, was auf mich zukommt. Ich bin mittlerweile 34 und weiss, was ich von mir preisgeben will und wo ich die Grenzen setze.

Ist Ihr neuer Wohnort am Hallwilersee da ein idealer Rückzugsort?

Eine interessante Interpretation. Aber ich habe immer schon auf dem Land gewohnt, seit ich Kinder habe. Zuerst wollten wir zwar am Stadtrand von Zürich bleiben, weil meine ältere Tochter dort sozialisiert war. Aber es war schwierig, eine Wohnung zu finden. Und meine Tochter war ausserdem der Meinung, dass ihr der idyllische Wohnort meines Mannes so gut gefällt, dass sie mit mir zu ihm ziehen wollte.

Wie hat sich Ihre Freizeitgestaltung verändert?

Ich habe das Joggen intensiviert, gehe nun möglichst zwei- bis dreimal pro Woche, da der See fast direkt vor der Haustüre liegt. Es ist einfach traumhaft: eine Postkarten-Schweiz par excellence. Ich stehe abends oft am Fenster und schaue auf den See oder in die Berge.

«Die grössten Schweizer Talente» Casting-Sendungen ab 28. Januar, jeweils samstags und mittwochs um 20.10 auf SF 1. Halbfinals und Final aus der Bodensee-Arena ab 25. Februar, jeweils samstags um 20.10 Uhr auf SF 1.

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