Sonntag-Abend ist Tatort-Abend. Dieses Mal ein weiteres Mal mit Schweizer Beteiligung, und zwar mit dem 24-jährigen Zürcher Joel Basman («Lüthi & Blanc», «Breakout», «Mein Name ist Eugen»). Es ist bereits sein vierter Auftritt in der seit 1970 produzierten Kult-Serie. 

Die kommende Ausgabe widmet sich der Horror-Droge Crystal Meth - hochpotentes Amphetamin, synthetisch hergestellt und in den letzten Monaten immer wieder Thema in der deutschen Presse. Dies, weil Drogenlabors unweit der deutsch-tschechischen Grenze den Stoff in rauhen Mengen herstellen und Dealer ihn zunehmend in die deutschen Grossstädte verfrachten.

Schlagzeilen machte im November die Zerschlagung eines Händlerrings in Leipzig und Prag, bei dem Tausende Kilo einer Chemikalie zur Herstellung von Crystal Meth im Wert von mehr als 180 Millionen Euro beschlagnahmt wurden. Damit in Zusammenhang stand die Verhaftung von zwei Bundespolizisten, die zugaben, Crystal Meth aus Tschechien über die Grenze nach Sachsen geschmuggelt zu haben. 

Joel Basman spielt im neuen Kieler «Tatort» mit den Kommissaren Klaus Borowski (Axel Milberg) und Sarah Brandt (Sibel Kekilli) den drogensüchtigen Mike. Zusammen mit seiner Freundin Rita (Elisa Schlott) feiert er eine vermeintlich nie endende Party mit Drogen, Sex und Musik.

Tatort - Borowski und der Himmel über Kiel - ARD Trailer

Tatort - Borowski und der Himmel über Kiel - ARD Trailer

Regisseur Christian Schwochow verzichtet dabei auf allzu eingehende Anti-Drogen-Pädagogik Basman. Im Gegenteil: «Solch ein einladendes Rauschszenario hat man im deutschen Fernsehen noch nicht gesehen», schreibt beispielsweise «Spiegel Online». Die Droge verherrlichen würde der Film jedoch nicht. Vielmehr setze er auf den mündigen Zuschauer, dem gezwungenermassen schnell klar werde, wie zerstörerisch die Substanz Crystal Meth ist. Und so kann es auch mit Rita und Mike nur ein übles Ende nehmen. 

«Ich musste von morgens bis abends Drogen nehmen»

Im Schweizer Film «Ziellos» von 2014 spielte Basman – basierend auf einem wahren Mordfall in Zürich-Hängg – einen jugendlichen Amokläufer. Was gefällt ihm denn daran, kaputte Figuren zu spielen? «Der Reiz an einer solchen Figur ist, dass sie einmal gleich angefangen hat wie ich», sagte Basman unlängst in einem Interview mit der «Nordwestschweiz». Und weiter: «Aber irgendwann sind Dinge passiert, die anders verlaufen sind, die Sinn und Logik des Lebens komplett durcheinanderbrachten. Der eine läuft Amok, der andere bringt sich um. Warum nur können Menschen in solchen Situationen nicht miteinander reden? Ich kann immer noch zu Hause rumheulen, auch wenn ich nicht mehr dort wohne.»

Seine Rolle im Tatort bezeichnet er als klein, aber intensiv: «Ich musste von morgens bis abends Drogen nehmen – Traubenzucker. Wirklich ganz, ganz widerlich, vier Gramm Traubenzucker, die ich in Glaspfeifen geraucht habe.» 

«Tatort: Borowski und der Himmel über Kiel», Sonntag 20.05 SRF1.